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Am Steuer des LRoS • Dezember 2016

Daniel Hotz • Präsident LRoS

Liebe Clubfreundinnen und Clubfreunde

Am Freitag, den 30. Oktober, hat der Dachverband der Schweizer Oldtimer Szene, Swiss Historic Vehicle Federation (SHVF), dem wir als Markenclub ebenfalls angehören, zu jährlichen Präsidenten Soirée im Wasserschloss Hallwil eingeladen. Im Vorstand des SHVF sitzt auch ein Mitglied des LRoS, Rolf Mäder, der das Ressort „Trade & Skills“ verantwortet. Er engagiert sich hier um die neu geschaffene Berufsausbildung für Fahrzeugrestauratoren. Der SHVF ist als Organ der internationalen FIVA (Fédération Internationale des Véhicules Anciens) auch für die Ausbildung der FIVA Inspektoren zuständig, welche die FIVA-Pässe für Oldtimer Fahrzeuge ausstellen. Der FIVA Pass bescheinigt u.a. zuhanden der Strassenverkehrsämter den originalen, resp. zeitgetreuen Zustand eines Oldtimers. Dieser ist Voraussetzung für den Veteraneneintrag im Fahrzeugausweis. Auch aus den Reihen des LRoS wurden FIVA-Inspektoren ausgebildet. Zuständig dafür ist im LRoS unser Serie-Verantwortliche Patrik Amann. Insgesamt haben sich schweizweit 128 Fahrzeugclubs dem SHVF angeschlossen, wodurch der Dachverband die Interessen von insgesamt 22‘824 aktiven Mitgliedern vertritt. Das gibt dem Verband Gewicht um seine, resp. unsere Interessen zu vertreten und auf der politischen Ebene zu lobbyieren. Das ist natürlich wichtig, denn wir wollen ja unsere Fahrzeuge auch zukünftig auf der Strasse bewegen dürfen, trotz Umwelt-Zonen und mehr oder weniger sinnvollen EU-Vorschriften zu Verkehrssicherheit und Umwelt.

So ein Präsidenten Soiree ist an Vielfalt kaum zu überbieten! Vor dem Wasserschloss Hallwill standen alsbald Oldtimer aller Marken und Epochen nebeneinander. Da fährt beispielsweise der distinguierte britische Präsident des Rolls-Royce Club stilvollendet im Karo-Dreiteiler hinter dem Willys des bodenständigen Präsidenten des Jeep Club Mittelland auf den Platz. Als Präsident des LRoS fühle ich mich mit unserem Club-Hemd neben den geschätzten 60% Krawattenträgern adäquat gekleidet. Was uns alle eint, ist – nebst der geteilten Freude an unseren Fahrzeugen und den einheitlichen grauen Haaren – 96% der Anwesenden sind Männer. Und wenn wir schon bei Prozenten sind, 60% der Clubpräsidenten sind zwischen 55 und 65 Jahre alt und 25% sind älter als 66 Jahre. Nur 15% sind unter 55 Jahre alt. Mit meinen 46 Jahren bin ich in dieser Runde der geschätzt zweit- oder drittjüngste.

Bleiben wir noch ein wenig bei den Zahlen, denn darum ging es unter anderem an diesem Treffen. Um sinkende Zahlen nämlich. Um sinkende Mitgliederzahlen in vielen der Clubs. Der Präsident des Jeep Club Mittelland erzählte mir, dass in seinem Club praktisch keiner unter 60 Jahre alt sei. Die meisten Mitglieder kauften nach ihrem Militärdienst ihren Dienst-Jeep und blieben diesem Fahrzeug und dem Club über die vielen Jahre treu. Mit der Abschaffung des Jeeps und dieser Praxis in der Armee fiel natürlich diese Nachwuchsquelle weg.

Am meisten zu kämpfen mit dem Mangel an Nachwuchs haben die Markenclubs mit Fahrzeugen, welche hohen Wertsteigerungen unterworfen sind. Kaum eine junge Frau kann oder will sich die teilweise überteuerten „echten“ Oldtimer leisten und wenn der junge Familienvater mit seinem VW Golf 1 von 1974 daherkommt, muss er damit rechnen, in der Oldtimergemeinde als Oldtimerfahrer nicht ernst genommen zu werden. Mit der Überalterung der Clubpräsidenten und der Clubs hat sich eben auch ein überaltertes Weltbild verfestigt. Es fehlt die Einsicht, dass alle Fahrzeuge mit einem Jahrgang älter als 1986 als Oldtimer definiert sind. Diese Problematik beschäftigt natürlich auch den Vorstand des SHFV. Der Präsident Lukas Oberholzer stellte deshalb die Frage, was sich in den Clubs ändern muss, um auch für jüngere Fahrzeugfreundinnen und -freunde interessant zu werden. Es wurden viele Ideen und Konzepte diskutiert.

Im LRoS ist dieses Problem glücklicherweise „noch“ nicht angekommen. Auch wenn mit dem Ende der Defender Produktion die Occasionspreise leicht gestiegen sind. Einen Landy kann man sich in der Regel noch leisten als junger Enthusiast. Natürlich sehe ich auch die teilweise völlig überrissenen Preise für die Serie Fahrzeuge aus dem Hause Land Rover im Auto-Ricardo. Wer sich jedoch etwas Zeit nimmt und sich in der Szene vernetzt, bekommt immer wieder eine gute Gelegenheit, ein einigermassen gut erhaltenes Fahrzeug zu einem vernünftigen Preis zu erwerben. Hier sind auch wir in der Pflicht dafür zu sorgen, dass unsere Fahrzeuge bei einem allfälligen Verkauf halt nicht in erster Linie an den Meistbietenden, sondern an eine Kollegin mit Faszination und Freude für das Fahrzeug verkauft wird. Und es bestätigt zudem die Überzeugung des Vorstandes des LRoS, dass wir der Land Rover Club für ALLE Fahrzeuge aus dem Hause Land Rover sein wollen.

Am Freitag 14. Oktober organisierte unser Jubi-2017-OK-Präsident Töbi Maag für die Mitglieder des Organisationskommittees und unsere lokalen Unterstützer vor Ort ein Treffen mit diversen lokalen Partnern in St. Stephan, dem Durchführungsort unseres grossen Geburtstagsfestes. Es wurden diverse Gespräche mit Behördenvertretern, Landeigentümern, Immobilienbesitzern, Feuerwehr, Samariter und der Gastronomie geführt. Alle wichtigen Verträge und Bewilligungen sind bereits unterschrieben oder fest vereinbart. In Kürze werden wir das das Grobprogramm für den Anlass auf der Webseite „jubi.lros.ch“ publizieren. Soviel kann ich aber heute schon verraten, es wird wiederum ein grossartiges Fest für grosse und kleine Land Rover Freunde!

Ich freue mich möglichst viele von euch an den noch verbleibenden Clubanlässen dieses Jahr anzutreffen und wünsche allen unseren Mitgliedern einen unfallfreien Winter und bereits heute eine ruhige und besinnliche Weihnachtszeit!

Spätestens jedoch an der Generalversammlung des LRoS am Sonntag, 29. Januar 2017 wiederum im Classic Center der Emil Frey AG in Safenwil!

Herzlich im Namen des Vorstands,

Daniel Hotz, Präsident LRoS