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Von Skorpionen, Chichas und den Tücken der Wüste

Ein Erlebnisbericht der LRoS-Tunesienreise im Oktober 2002

(Bericht und Fotos Simone Diltz)

Es waren acht Fahrzeuge, die diese Reise gemeinsam wagten. Wir kannten uns gut, ein wenig oder gar nicht. Dies machte das ganze Erlebnis noch viel spannender. Wir wussten im Voraus nicht, was uns erwarten würde. Was ich zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht wusste war, dass mein Tagebuchschreiben entdeckt und ich umgehend zur Berichterstatterin befördert werden würde.

Zu Anfang meines Berichtes möchte ich kurz alle Beteiligten vorstellen:

  • Landrover 110 V8, sandfarben, mit Willi und Marianne: Die beiden waren die "Anstifter" zu diesem Unternehmen.
  • Landrover 110 V8, Zebra I, mit den Amanns, Jeanette, Patrick und Jennifer: Eine Familie mit Power.
  • Landrover 109 Serie 2A mit Stoni und Manu: Die beiden haben immer für Unterhaltung gesorgt.
  • Landrover 110 Td mit Ruedi und Nicole: Zwei "Welsche" auf Reisen, immer Zeit für ein leckeres Mahl oder ein feines Tröpfchen.
  • Landrover 109 Serie 3 mit Daniel: Der "Zitronenfalter" war immer vorne mit dabei!
  • Landrover 110 Td5 mit den beiden "Junggesellen" Michael und Marco: Die waren teilweise kaum zu bremsen, in vielen Hinsichten...
  • Landrover 90 Td5 mit Claudia und Fabienne: Die beiden Ladies waren öfters hart im nehmen, mussten es auch sein....
  • und schliesslich: Landrover 110 Td, Zebra II, mit Jöggu und Simone

Nachdem am Freitagabend die ersten mit den etwas gemütlicheren Fahrzeugen bereits abgefahren waren, machten wir uns am Samstagmorgen, 28. September, mit etwas Verspätung auf die Reise. Aber wie sich später herausstellte, kam es überhaupt nicht drauf an, denn wir mussten einige Zeit im Stau verbringen. Wir standen länger als uns lieb war. Direktion Genua wurde angesteuert. Wir hielten uns flott an Michaels Auspuff, wenn es nicht gerade eine allzu wilde Steigung hatte, funktionierte dies bestens, ansonsten mussten sie halt öfters etwas auf das ältere Zebra warten.

Genua ist gross, teilweise wunderschön, wie wir auf einem unfreiwilligen Umweg sehen, wild, voll, schmutzig und laut, halt einfach grossstadt-mässig!

Es war 15.05, als wir uns in die Reihe vor dem Passhäuschen stellten... und dann ging die Warterei los. Bis wir im Bauch der Fähre parkiert hatten, vergingen drei Stunden. Aber wir hatten ja Ferien ...

Am Ende wurde es, nach Stunden mittelmässiger Langeweile, es gab viel anzuschauen und zu diskutieren, noch hektisch. Der "Einweisemensch" schickte uns zum Stempelholen ins Büro am anderen Ende des Platzes. Toll. Wir waren glücklicherweise nicht die einzigen, die das vorher nicht mitbekommen hatten und spurten mussten. Marco war so nett und packte alle unsere Pässe und Karten, rannte über den Platz und erledigte dieses Malheur für uns alle.

Nun gut. An Bord bezogen wir unsere Kabinen und waren sehr positiv überrascht. Die Betten und Duschen waren in Ordnung und der Blick aufs Meer bestechend. Das ganze Schiff war ein Traum. Schon einige Abnutzungserscheinungen hatte es, aber im Grossen und Ganzen schien es wie eine moderne Variante von Titanic, Baujahr 1999 und laut ADAC eines der sichersten Fährschiffe.

Das Essen war in Ordnung und alle Sinne stellten sich nun endlich auf Ferien ein. Etwas zu früh. Für Jörg und mich ging der Stress jetzt so richtig los. Wir hatten festgestellt, dass wir unseren Fahrzeugausweis im Landi vergessen hatten. Es war uns bewusst, dass es keinen Zugang zu den Fahrzeugen während der Reise gab. Die vielen Geschichten, die wir hören mussten, wie lange alle Formalitäten gehen würden, wenn man sie erst an Land erledigen könne, beruhigten uns überhaupt nicht. Na bravo! Nach einem bangen Abend, vielen erfolglosen Versuchen, die Crew gnädig zu stimmen, kamen wir dann am nächsten Tag auf nicht ganz "perlweisse" Art zu unseren Unterlagen. Wer sich für die Geschichte näher interessiert, kann sich gerne persönlich erkundigen....

Sonntag, 29.September, 8.40 Uhr

Wecki-Michi erfüllte seinen Auftrag und klopfte an die Türe. Es ging zum Frühstück. Langsam trudelten alle ein, die Sonne schien und bald hatten alle, auch wir, die Einreiseformalitäten erledigt.

Den Nachmittag füllten wir uns mit Lesen, Karten studieren, schwatzen und Routen besprechen.

Das Abladen der Fahrzeuge ging erstaunlich schnell, so auch die Zollformalitäten und der Geldwechsel. Wir hatten uns zuvor auf der Fähre gut überlegt, wie wir vom Hafen weg, Tunis grossräumig umfahren könnten. Dies klappte bestens. Wir nahmen die kleine Gratisfähre und waren schnell aus dem Gröbsten raus. Nun kamen die ersten Eindrücke dieses Landes, die noch lange bleiben sollten. Es war für 18.00 Uhr, mit ca. 18°C, recht kühl. Die Bevölkerung machte einen freundlichen Eindruck. Am Strassenrand wurde gelächelt, gewunken und freundlich zugerufen. Ein tolles Gefühl, so überraschend empfangen zu werden.

Wir suchten uns einen Schlafplatz, nicht weit von den römischen Ruinen namens Thuburbo Majus entfernt. Wir fuhren einfach etwas von der Strasse weg, aufs Feld hinaus. Alle nisteten sich ein und kochten sich ein bescheidenes Nachtmahl. Die verschiedenen Campingtische stellten wir zu einer grossen Tafel zusammen und es war eine äusserst gemütliche Atmosphäre. Kurz unruhig wurden wir, als ein Uniformierter auf dem Mofa auf uns zu zufahren kam. Wir dachten alle, dass wir jetzt wohl wieder zusammenräumen und einen anderen Schlafplatz suchen müssten. Aber dieser nette Herr erkundigte sich lediglich nach unserem Wohlergehen und stellte sich als den "Ranger" dieser Gegend vor. Wir waren erstaunt. Anscheinend will man hier, dass es den Touris gut geht.

Unbedingt erwähnen muss ich an dieser Stelle, dass es sehr früh dunkel wurde und sich so um 21 Uhr schon bereits eine gewisse "Schlafengehen-Stimmung" eingeschlichen hatte. Wir waren alle müde von der Reise und schliesslich ging gegen 7 Uhr wieder die Sonne auf und wir hatten grosses vor.

Montag, 30.September

Kaum war es 7 Uhr und ging es los. Es kam langsam aber sicher Leben ins Camp. Spätestens Manu machte den letzten Schlafmützen mit lebhaften Sprüchen Beine, endlich aufzustehen. Es lohnte sich. Die Sonne zwang einem regelrecht die gute Laune auf und das feine Frühstück in freier Natur unterstütze dieses Gefühl.

Jörgs Stimmung wurde kurzfristig etwas gedämpft, als Stoni uns beim Vorbeigehen beiläufig fragte, ob wir nicht die Schrauben, die unser Chassis mit der Kabine verbinden sollten, nach dem Leiterentfernen wieder hätten reindrehen wollen.... Wir waren aber nicht die einzigen, die an diesem ersten Morgen in Tunesien bereits etwas zu schrauben hatten. Bei Claudia hiess es sogar noch Sandbleche kürzen. Ihr Leserinnen, ihr hättet sehen müssen, wie die Männeraugen strahlten, als sie bereits ein erstes Mal ihre Werkzeuge präsentieren und benutzen durften.

Die Reise führte uns in zwei Gruppen weiter. Die Amanns und Claudia mit Fabienne wollten die Römerruinen bei Dougga besichtigen und wir, die restlichen sechs Fahrzeuge nahmen eine andere Route.

Endlich ging es richtig ins Land hinein. Die Leute waren sehr freundlich und, sofern sie französisch verstanden, auch sehr hilfreich. Ein Phänomen ist, dass die meisten Einheimischen, v.a. die Berber, nicht nachkommen, wenn man ihnen eine Karte unter die Nase hält. Das kennen sie definitiv nicht. Es wurde gedreht, geschaut, wieder gedreht und fragend gelächelt.

Jöggu war heute, nach Absprache, an der Poleposition und für die Navigation zuständig. Das GPS wollte nicht, was die Karte wollte und auf unser Gefühl war auch kein Verlass. Dies bescherte uns die eine oder andere kleine unfreiwillige aber schöne Dörfchenbesichtigung. Die beste Umfahrung war jene ins Berberdorf. Niemand verstand französisch , aber alle lächelten freundlich. Speziell an diesem Volk sind die Frauen. Sie tragen Kleider mit äusserst farbigen Stoffen und Schmuckstücken verziert. In ihren Gesichtern, falls man sie zu sehen bekommt, kann man Tätowierungen entdecken. Häufig sah es aus wie Tränen, Punkte untere den Augen oder am Kinn. Sie sind sehr zurückhaltend, wie übrigens die meisten Frauen in Tunesien.

Nebst den Erwachsenen sahen wir sehr viele Schulkinder. Diese hatten oft lange Schulwege zurückzulegen. Sie trugen Uniformen, die Mädchen meist rosa, die Knaben blau oder manchmal waren es auch weisse Doktorschürzen.

Auf unserem Weg Richtung Sbeitla fuhren wir durch El Fahs, Bargou, Siliana, Kesra, Makthar, Hbabsa, und El Hajeb und sahen viele Esel.

Das erste Mal war unser Übernachtungsplatz mitten im Sand, ausserhalb von Sbeitla in Richtung Zagia.

Dienstag, 1. Oktober

An diesem Tag sind wir nicht sehr weit gekommen, haben aber viel geleistet. Die Reise führte uns "nur" nach Tamerza. Guten Mutes sind wir morgens um 8 Uhr losgefahren. Wir wollten offroad fahren und den GPS - Waypoints folgen. Michi und Marco fuhren vor. Nach zwei, drei Mal umkehren entschlossen wir, uns den Weg kurz zu Fuss zu erkunden. Ja, hier sollte es gehen. Michi fuhr bestens durch den Fluss, kein Problem. Doch, zu früh gefreut. Am anderen Ufer blieb er im Schlamm stecken. Stoni war der nächste, der es wagte.... auch Pech gehabt. Seine Steckachsen, hinten waren gebrochen und er blieb im Fluss stecken.

Zwei Fahrzeuge hatten es versucht, zwei blieben stecken, das fing ja gut an. Alle anderen lernten jedoch aus den zuvor gemachten Fehlern und durchquerten Fluss und Ufer problemlos. Jetzt ging es ans Ausbuddeln. Es war ein Krampf und ausserdem hatte das Schlammloch grässlich gestunken. Drei Stunden hatte die Aktion gedauert. Für den älteren, einheimischen Mann, der sehr geduldig zuschaute und ab und zu Ratschläge erteilte, war das anscheinend nicht zu lange, er hielt tapfer aus.

Ein knapp über uns durchfliegender Helikopter liess unseren Adrenalinspiegel nochmals hochschnellen, bevor wir wieder die Strasse erreichten. Schlussendlich waren es von 9 Uhr bis 13 Uhr 36 km Fahrtweg und ca. 8 km Luftlinie und sehr viel Action gewesen. Einkaufen war heute auch nicht ohne. In Kasserine war Markt und wir kamen gerade noch rechtzeitig. Alles, was es zu kaufen gab, an jedem Stand das gleiche, waren Tomaten, Zwiebeln, Peperoncini, Gurken und Kartoffeln. Wir deckten uns ein. Zu unser aller Freude war gerade ein Bäcker ganz in der Nähe mit frischem Brot backen fertig geworden. Mmmh...

Das kleine Intermezzo mit dem Bettlerjungen werde ich wohl auch so schnell nicht mehr vergessen. Die Dorfbewohner setzten sich doch sehr für unser Wohlergehen ein und vertrieben die beiden armen Kerlchen recht forsch. Zwei gleichaltrige Knaben zeigten ihnen dann mit roher Gewalt definitiv, dass man hier die Touristen nicht anbettelt.

Die Bergoase Tamerza und der Wasserfall in unmittelbarer Nähe sind äusserst sehenswert. Es hatte nur etwas Negatives, hier gab es zum ersten Mal wieder richtig typische Touristen zu sehen, Massenkarawanen von Ausflugsjeeps.

Am Abend war unsere ganze Gruppe per Zufall wieder vollständig. Wir trafen die anderen ganz ungeplant. Die Welt ist klein.

Mittwoch, 2. Oktober

Unser Tagesziel war der Camping von Douz. Stoni nahm den direkten Weg auf der Asphaltpiste, wegen den gebrochenen Achsen und wir, die restlichen sieben Fahrzeuge wagten uns ein erstes Mal in den Sand. In Tozeur gab es Shopping- und Kaffeetour. Wir gönnten uns in einem Restaurant, wie könnte es auch anders sein, eine Cola und schlenderten dann an den Läden vorbei. Michael war so charmant und wollte mir die süssen Dromedare unbedingt noch zeigen. Ich, ans Gute im Mensch glaubend, ging neugierig mit. Von den wunderbaren Tieren hingen dann leider nur noch die Köpfe mit Luftröhre dekorativ durchs Maul gezogen neben Kuhköpfen am Haken. Nett!! Aufs Fleischessen verzichteten wir in diesem Land meistens, mit wenigen Ausnahmen.

In Douz auf dem Camping angekommen trafen wir Manu und Stoni wieder. Sie waren schon fertig mit den Reparaturen. Wir genossen die kalte Dusche und setzten uns zu zwei, drei Bier in die Camping Lodge, bis es im Restaurant Abendessen gab. Es war lecker. Anschliessend kam der gemütlichere Teil. Die Chichas (Wasserpfeifen) wurden fleissig weitergereicht. Nicht alle verzichteten!!!!

Donnerstag, 3. Oktober

Nach etwas Pasta zu Mittag wurde entschieden, für etwa drei bis vier Stunden in die Wüste zu gehen um erste Dünen zu befahren. Unsere Westschweizer, sowie Jeanette, zogen Karten schreiben, lesen und relaxen vor und blieben auf dem Camping zurück.

Am Anfang war alles noch genial. Viel Sand, Sonne, lachen, fahren, buddeln und diskutieren. Mit der Zeit wurde daraus immer mehr buddeln, stossen, schieben, etwas fahren und wieder buddeln. Nach der Düne 718b und Stunden, die wie im Flug verstrichen, fanden wir es irgendwie nicht mehr so lässig. Stoni bat mich an dieser Stelle festzuhalten, dass um 17.25 Uhr ausnahmsweise gerade mal alle Fahrzeuge frei standen.

Wir waren mitten drin ohne Aussicht auf sichere Piste, als uns Michi informierte, dass wir noch für 14 Minuten Tageslicht hätten. Wir versuchten auch noch bei Dunkelheit weiterzukommen, aber langsam aber sicher dämmerte es allen, dass wir wohl dort draussen übernachten würden. Es brachte nichts. Wir konnten nicht mehr vorausblicken wo die beste Fahrmöglichkeit wäre und so sank ein Fahrzeug nach dem anderen ein. Also richteten wir unser Nachtlager ein. Tische und Stühle fehlten uns, denn die hatten wir, im Glauben bald wieder zurück zu sein, bei den anderen gelassen. Es bekamen schlussendlich aber alle eine Sitzgelegenheit und etwas zu essen, so dass die meisten die herrliche Stille und die überzeugende Dunkelheit geniessen konnten. Einzig Patrick und Jennifer mochten sich nicht so recht entspannen, verständlicherweise. Schliesslich musste ihre liebe Frau und Mutter irgendwo auf einer fremden Matratze übernachten.

An diesem Abend in der Wüste sahen wir, zur Freude einiger, zur Unruhe anderer, beide Skorpionarten die es in der tunesischen Wüste gibt, den schwarzen und den weissen. Diese Viecher können trotz ihrer geringen Grösse recht angriffig werden. So zogen halt alle die hohen Schuhe an.

Freitag, 4. Oktober

Die Insekten, die wir am Morgen sahen, waren mir persönlich sehr viel sympathischer. Diese kleinen Käfer mussten, sobald die Sonne alle Schatten verschluckte, vor der Hitze flüchten. Sie gruben sich mit ihren Hinterbeinen äusserst geschickt ein.

Schon sehr früh an diesem Morgen merkten wir, dass der Viehmarkt, den wir gerne besichtigen wollten, sehr nahe sein musste. Man stelle sich den Gestank und den Lärm bitte doch mal vor. Nach dem Ruf des Muezzin um 5 Uhr konnten wir nochmals friedlich einschlafen, aber das war zu viel.

Gegen die einheimischen Regeln, zwängte sich die ganze Gruppe mitsamt den Frauen durch die Schafe, Ziegen, Esel und Kamele. Es war ein Erlebnis. Am Markt wurden, nebst anderem, feine Gewürze gekauft. Zu Kaffee und Chicha wurden wir in einen dunklen, kühlen, gemütlichen Raum geführt. Hatten sich die Augen erst mal an die Dunkelheit gewöhnt, sah man, wie prächtig es dort war mit den Kissen, Stoffen und Lichtnischen im Gestein. Die Tunesier schauten nicht schlecht, wie die Frauen und selbst Kinder bei uns in der Gemeinschaft integriert sind.... oder schauten sie einfach so nicht mehr weg?

Kaum waren wir zwei Minuten unterwegs mit Ziel Camping Douz, grub sich Michis Td5 bereits wieder ein. Dies war aber längst nicht so aufregend, wie das was jetzt kommt: Claudia hatte wegen einem etwas feuchtfröhlichen Vorabend etwas Kopfschmerzen und war sofort einverstanden, als Manu sich anerbot, ihren Td5 über die etwas heikle Stelle zu lenken. Es ging alles sehr schnell. Viele gute Ratschläge, neues Auto mit mehr PS als die älteren Modelle, zuviel Gas, ein Sprung, Geschrei und dann viele schockierte Gesichter. Es gab keine Verletzten, aber Claudias Defender hatte doch einiges abgekriegt. Der Dachträger lag am Boden, die Scheibe des Daches war draussen und das Dach selber recht havariert. Zum Glück gibt's Versicherungen. Nachdem sich die ersten steilen Wogen wieder etwas geglättet hatten ging's umgepackt weiter. Nähere Auskünfte zu diesem Fall erteilen nach Möglichkeit Manu und Claudia selber.

Beim Camping angekommen war die Wiedersehensfreude gross und wir schlossen den Tag mit Couscous ab.

Samstag, 5. Oktober

Der Campingchef hatte uns eine von Hand gezeichnete Karte mit Waypoints überlassen und so fuhren wir vereint in die Wüste. Wie sich herausstellte war es gar nicht so einfach, den richtigen Einstieg zu finden. Wir haben es nach längeren Versuchen trotzdem noch geschafft, nachdem ein Ausflug per GPS querfeldein abgebrochen wurde. Die Wüste zwischen Douz und Ksar Ghilane ist einmalig. Wir durften nebst einem toten Hund auch einen grossen Greifvogel und eine kleine Wüstenmaus sehen. Die Piste gefunden und zügig gefahren, kamen wir bald zum ersten Waypoint, einem "Café". Im Vergleich zu anderen war dies die Luxusvariante eines Wüstencafés, ein lauschiges Plätzchen gebaut aus Backsteinen, Palmblättern und Tüchern. Zum Verweilen im Innern hatte es Teppiche, Kissen und Matratzen, nebst kleinen Tischchen.

An diesem Abend erwies sich die Suche nach einem geeigneten Schlafplätzchen bei dem starken Wind als recht schwierig. Man wollte dem Sand so gut es ging ausweichen. Mit Plachenspannen war jedoch nichts, der Wind war zu stark. Ausserdem türmten sich rundherum Wolkenberge auf, und das verhiess nichts Gutes.

Innert Kürze war der Sand überall. Das Essen, das mit Müh und Not zubereitet werden konnte, "kröspelte" nicht schlecht. Stoni, beim Salatsaucenrühren, meinte amüsiert, er hätte doch das Salz gar noch nicht reingetan, obwohl es sich so anhörte beim Rühren. Allgemein war man sehr zurückhaltend mit Kochen und Auspacken der Utensilien. Irgendwie schienen alle zu merken, dass sich da etwas zusammenbraute.

Und dann ging es plötzlich sehr schnell. Es kam sofort Hektik in die Gruppe. Alle räumten so schnell es ging zusammen. Man flüchtete regelrecht in die Fahrzeuge. Auf die Dachzelte wurde noch verzichtet. Plötzlich regnete es heftig. In der Wüste! Wir staunten nicht schlecht. Es blitzte und donnerte ununterbrochen. Es war ein unbeschreibliches Schauspiel. Als sich der Regen gelegt hatte, und nur noch Blitze in weiter Ferne zu sehen waren, wagte man sich langsam wieder nach draussen. Die Stimmung war gelassen. Patrick unterhielt uns mit guter Musik und es wurde sogar getanzt. Als es dann jedoch noch einmal zu regnen begann, zog man sich langsam aber sicher endgültig zum Schlafen in die Fahrzeuge zurück.

Sonntag, 6. Oktober

Dieser Tag war zum Fahren traumhaft. Die Dünen waren durch die Nässe gut befahrbar geworden. Die Unverbesserlichen fanden es jedoch schade, denn die höchsten Dünen wurden zu einfachen Hindernissen.

Nächstes Ziel waren die warmen Quellen der Oase Ksar Ghilane zum Baden. Diese erreichten wir, nach einem kurzen Photo - Shooting beim deutschen Militärfort kurz vor der Oase.

Das Wasser war herrlich warm. Es tat uns allen gut, nach dem sehr sandigen Vorabend, die Ohren kräftig auszuspülen. Zum Übernachten fuhren wir noch ca. 5 Minuten von der Oase weg, in die Dünen rein. Endlich hatten wir mal ein bisschen Zeit für uns, während die Sonne noch schien. Meistens schafften wir es nämlich gerade erst kurz vor Sonnenuntergang, so gegen fünf Uhr, ein Plätzchen einzurichten.

Nach dem Abendessen machten wir Jüngeren uns auf den Weg, zu Fuss zurück zur Oase. Wir wollten etwas trinken gehen. Die Drinks in der luxuriösen Bar mit traumhaftem Ambiente kostete uns etwa so viel, wie die Nahrungsmittel für eine ganze Woche. Aber Wert war's! Auf dem Rückweg ging das Abenteuer erst recht los. Per GPS und Kompass hiess es, den Weg zum Nachtlager wieder zu finden. Michaels und Marcos Sprüche wären echt nicht nötig gewesen, denn so wohl war es mir bei der Sache nicht. Wir hatten alle etwas getrunken und so einfach war die Pfadsuche nicht. Aber selbstverständlich kamen wir bestens ins Bett. An dieser Stelle entschuldige ich mich für all jene, die wir durch unsere "frischfröhliche", nächtliche Rückkehr geweckt haben. Dank gilt auch den beiden Herren, die Jörgs und meine Nachtruhe durch eine Highlift - Aktion stören wollten. Sorry, wir haben bestens geschlafen.

Montag, 7. Oktober

Die Strecke Ksar Ghilane - Ghomrassen war fahrtechnisch eher einfach. Wir kamen in eine malerische Gegend, dem Gebirge Dahar. Die schönste Gegend der Reise, meiner Meinung nach. Eine speziell schöne Ortschaft ist übrigens Guermessa. Dort haben wir eingekauft, Kaffee getrunken, vollgetankt und die Pneus wieder aufgepumpt. Man merkte anhand der Häuser, dass die Leute hier etwas wohlhabender sein müssen.

Für das Nachtlager sind wir einfach von der Hauptstrasse weg, ins "Grüne" gefahren.

Dienstag 8. Oktober

Am Morgen hiess es Abschied nehmen für die einen, und sich bis zur Fähre zu vertrösten für die anderen. Die beiden Fahrzeuge der Welschen schlossen sich Stoni, Manu, Willi und Marianne an, die eine Woche länger Ferien machten und die Erlaubnis fürs Sperrgebiet gelöst haben. Wir, die vier anderen Landis, nahmen uns die Inseln Kerkenah, weiter nördlich, zum Ziel. Eigentlich wollten wir auf diesen für den Tourismus eher unbekannten und sehr kahlen Inseln noch zwei Tage ausspannen und den Strand geniessen. Leider haben wir es genau so getroffen, dass es kühler wurde und die Sonne uns nicht verwöhnen mochte. Bis nach Sfax, wo wir die Fähre nehmen sollten, fuhren wir auf Hauptstrassen. Es war sehr spannend, das Leben der Tunesier in den Städten zu beobachten. Was für mich zuerst unerklärlich war, waren die Dutzenden von Kanisterverkäufern am Strassenrand. Jeanette und Patrick erklärten mir beim nächsten Halt, dass dies Treibstoff aus Lybien sei, welcher ins Land geschmuggelt wurde und hier "schwarz" verkauft werde. Ausserdem bot man Datteln, Früchte, Korbwahren und Plüschdromedare an.

Als wäre es Mitten in Basel lenkten uns Jeanette und Patrick zielstrebig zur Fähre. Nach 70 Minuten Fahrt kamen wir auf der Insel an. Die Fähre wurde abgeladen und für gut 10 Minuten herrschte auf diesen sonst äusserst ruhigen Strassen ein Verkehrschaos. Es wurde gehupt, überholt, gehupt und zu zweit überholt. Ein Schauspiel. Schlussendlich quartierten wir uns, nach einer Enttäuschung beim Strandhotel, im Apart Hotel Aziz ein. Alle waren zufrieden. Zu Abend assen wir dann aber doch bei diesem Strandhotel, denn dort war das beste Restaurant der Insel. Wir kamen später noch zweimal an diesen Ort zurück, denn die Meeresfrüchte waren ein Gedicht und sie waren dort äusserst grosszügig mit den Portionen.

Mittwoch, 9. Oktober

Endlich mal ausschlafen! Frühstück gab's um 9 Uhr. Aber eben leider war es bedeckt und unser Strandtag wurde zu einem kurzen Strandmorgen.

Um 16.00 Uhr begann der Markt im Hauptort der Insel, in Remla. Wir waren ziemlich schnell durch. Wir hatten uns das wohl etwas anders vorgestellt. Für gute Unterhaltung sorgten wir selber. Marco hatte im Geheimen ein Pack Wäscheklammern an einem der Stände gekauft und diese klammheimlich an die Kleider von Unschuldigen gehängt. Die meisten von uns haben es lange nicht gemerkt. Der Spass zog sich noch Tage lang weiter.

Das zweite lustige Ereignis am Markt war, dass ich endlich einmal von diesen anderen, mysteriösen, gelben Datteln gekauft hatte und sie sofort den anderen zum Probieren anbot. Ich wollte doch nicht die Erste sein, die reinbeisst. Kaum gekostet wurde die ganze Herrlichkeit von allen mit gequältem Gesichtsausdruck wieder ausgespuckt. Die Einheimischen haben sich köstlich amüsiert. Irgendwie wussten die etwas mehr. Müsste man sie zuerst kochen?

Überhaupt schienen wir am Markt eine Attraktion zu sein. Die Blicke wurden nicht etwa scheu auf uns gerichtet, sondern es wurde hemmungslos gestarrt. Wir hatten uns mittlerweile daran gewöhnt.

Zurück im Hotel gab's mit allen Kindgebliebenen eine Wasserschlacht, wir konnten ja definitiv nichts dafür, dass der einladende Pool kein Wasser mehr enthielt. Gerne hätten wir ein Bad genommen.

Donnerstag, 10. Oktober

Es war irgendwie ungerecht. Am Tag unserer Abreise, weg vom Strand, schien die Sonne wieder aus voller Kraft. Unser nächstes Ziel war ein Treffpunkt am Strand mit Ruedi und Co.. Wir haben sie schlussendlich nach dem Topfwahreneinkauf nach Nabeuil, in Korba, getroffen. Auf dem Weg dorthin überraschte uns auch Jürg Schwengeler mit Familie an einer Tankstelle.

Das Schlafplätzchen war genial wie noch nie, an einem verlassenen Sandstrand, wäre da nicht das Wetter eher enttäuschend gewesen. Wir Jungen waren nicht mehr in der Stimmung, unsere Töpfe zum Pastakochen hervor zu holen, nachdem wir zweimal so köstlich zu Nacht gegessen hatten. Also fuhren wir noch mal weg und suchten ein leckeres Restaurant. Es hiess Anis und wurde in mehreren Führern empfohlen und bekam auch von uns eine gute Note.

Freitag, 11. Oktober

Wieder einmal ein wunderschöner Morgen mit herrlicher Kulisse am Sandstrand. Der Sand war recht kühl, das Wasser jedoch bestechend warm. Jennifer und ich liessen uns den Spass nicht nehmen und hüpften ins Meer. Unsere Zuschauer standen mit Faserpelz, und teilweise sogar Mützen, fröstelnd am Strand, konnten es wohl kaum fassen. Nach diesem Vergnügen frühstückten wir zum letzten Mal in diesen Ferien in der freien Natur.

Der Norden von Tunesien ist extrem anders als der Süden. Man könnte fast meinen, es handle sich um unterschiedliche Länder. So wurden wir auf dem Markt von Tunis kaum mehr beachtet, während wir uns am Tag zuvor doch sehr beobachtet vorkamen. Vieles erinnerte im nördlicheren Teil stark an Frankreich. Es gab sogar kostenpflichtige Autobahnen, die mit denselben Péage - Stationen, wie bei den Franzosen, ausgerüstet waren.

Bei der Fähre in Tunis angekommen, waren wir auf alles gefasst, denn wir konnten ja schon auf einige Erfahrungen zurückgreifen. Nun war viel Geduld angesagt. Es hiess warten und die ganze Prozedur der Zollformalitäten über sich ergehen lassen. Die Zöllner kontrollierten die Fahrzeuge äusserst gründlich, aber nach mehr oder weniger willkürlicher Reihenfolge. Waren alle Fahrzeuge hinten und vorne und um das eigene Fahrzeug kontrolliert, hiess das nicht zwingend, dass man selber jetzt der nächste war. Aber ohne das Gekritzel auf dem Papierfetzen durfte man sich nicht anstellen, um den Stempel zu holen, welchen man der anderen uniformierten Person zuvorderst zeigen sollte, um fünf Meter weiter vorne noch einmal das ganze Fahrzeug einem anderen Uniformierten zeigen zu können. Sollte das jetzt etwas kompliziert tönen... genau so war es auch für alle Beteiligten, unverständlich! Aber eines war allen klar: Abfahren würden wir gemeinsam.

Als wir die Kabinen endlich bezogen hatten, waren alle sehr müde. Das Warten, Aufschliessen und wieder warten hat einen mehr geschlaucht als man gedacht hatte. Hunger machte sich breit, schliesslich hatten wir das Mittagessen wieder einmal ausfallen lassen müssen, da wir gerade anstanden. Leider öffneten die Restaurants erst zwei, drei Stunden nach Abfahrt und auf diesem ganzen Kahn gab es keinen Imbissecken. Als dann das Schiff durch den Wellengang, besser gesagt die Dünung, recht geschüttelt wurde, wollten einige dann doch nicht mehr ans Essen denken und verzogen sich lieber mit Stugeron in ihre Betten. Nicht allen ging es schlecht. Wir waren doch noch eine kleine Achtergruppe, die sich im A-la-carte-Restaurant bedienen liess.

Samstag, 12. Oktober

Letzter Tag der Reise. Ich sass wartend im Landi und sah zu, wie vorne die Klappe öffnete um den gesamten Schiffsinhalt, die vielen Fahrzeuge, nach und nach raus, in die Freiheit zu lassen. Wir hatten Glück und waren schon bald an der Reihe. Für alle ging es recht schnell, wir waren nach ca. einer Stunde schon abfahrtsbereit Richtung Heimat. Die zwei Wochen vergingen eigentlich viel zu schnell.

Später, als mich der Alltag wieder fest im Griff hatte, dachte ich noch oft an die vier Leute, die noch immer an der Wärme waren und ich freute mich bereits, von ihren Erlebnissen in der Sperrzonen hören zu können...

Die Erlebnisse der 2. Gruppe

(Bericht und Foto Marianne und Willi)

Dienstag 8. Oktober

Wie schon im Teil II von Simone erwähnt, verabschieden wir uns von Jöggu, Simone, Patrick, Jeanette, Jenifer, Michi, Marco, Claudia und Fabienne.

Stoni, Manu, Ruedi, Nicole, Daniel, Willi und ich machen uns auf den Weg Richtung Matmata. Von Ksar Hadada fahren wir nach Ben Kheddache auf einer Piste die vom Unwetter gezeichnet ist. Felsbrocken liegen auf dem Weg und wir überqueren Wasserpfützen. Die Landrover wurden gefordert, die Fahrer mussten zum Teil in der Untersetzung fahren. Unterwegs trafen wir Einheimische an, zu Fuss oder mit Pfupfis.

In Matmata angekommen sehen wir die gesuchten Höhlenwohnungen in den Felsen. Ein junger Tunesier stand am Weg mit drei jungen Kamelen, die noch die Flasche brauchten. Die Touristen wurden aufgefordert Diese zu schöppeln für ein Foto. Am Ende von Matmata war ein Tunesier der Feigen verkaufte. Nicht empfehlenswert, die Datteln sind tausendmal besser.

Dort verabschiedeten wir uns von Ruedi, Nicole und Daniel, die sich Richtung Sfax machten. Auf der Ile Gharbi trafen sie sich mit dem Rest der Reiselustigen und später fuhren sie miteinander nach La Goulette zur Heimreise Stonis und wir begaben uns Richtung El Hamma, wieder auf die Piste nach Kebili, Douz. In El Hamma bogen wir in die Piste südlich Jebel Tebaga ein.

Auch diese Piste war vom Unwetter gezeichnet und hatte einige Löcher und Bäche.

Unterwegs trafen wir Beduinen die mit den Schafen unterwegs waren. Und wie es so ist, und wie man es kennt, wenn man anhält kommen die Peduinen so schnell wie die Wiesel daher gerannt. Auch diesmal war es nicht anders. Eine Mutter mit ihrem Sohn kam daher gesprungen. Die bettelnden Blicke verrieten Ihr Anliegen. Manu nicht schlecht, nahm sofort den Sack mit den T-Shirts aus dem Auto und gab Ihr die ganze Beige. Das war ein Strahlen in den Augen der Frau! Weiter nach Douz zum Camping zum Übernachten.

Mittwoch 9. Oktober

Heute mit Ziel Richtung Sperrgebiet. Ibrahim vom Camping Desert Club organisierte uns die Bewilligung per Fax von Tatouine, damit wir Zeit sparen konnten.

Also ab nach Bir Soltane. Ich freute mich, es ist bekannt dort gibt es das beste Wasser in Tunesien. Der Brunnen ist erneuert worden und es hat keine Beduinen mehr vor Ort, alles leer, welche Enttäuschung. Wir füllten die Wasserbidons und fuhren weiter entlang der Pipeline Piste südwärts. An einer Vergabelung stand eine Tafel von Hand gezeichnet und geschrieben, ein Wohnwagen ein Zelt, Gabel und Messer Hinweis von 9 km rechts. (17 km südlich von Ksar Ghilane). Wir waren gespannt auf was wir wohl stossen werden, wenn wir diesem Wegschild folgen.

An einem Camping angelangt, neu, offen seit 2 Monaten. Ein Restaurant mit Bar, rund um den Camping Beduinenzelte mit Feldbetten und Wolldecken, es sind sicher 12 Zelte. Mitten im Camping ein Pool gefüllt mit Wasser. Wir parkierten die Ländi und begaben uns an die Reception für einen Drink und Informationen. Dort meldeten wir uns auch zum Abendessen an. Als nächstes das Dachzelt aufstellen und so schnell wie möglich in die Badehose und in den Pool. Bald hörten wir das Motoren von drei Toyotas die mit Touristen ankamen. Am Abend genossen wir das Nachtessen draussen bei Kerzenlicht, denn es begann wieder heftig zu stürmen und zu regnen, das Stromaggregat streikte.

Donnerstag 10. Oktober

Ben Jalila (Besitzer vom Camping) fragte Willi ob er die Batterie vom Stromagregat überbrücken könne. Trotz allem Versuch funktionierte es nicht und so blieb Ihm nichts anderes übrig, als das ganze Stormagregat nach Douz zu bringen um es reparieren zu lassen.

Auf der Pipeline Piste weiter Richtung Süden. Bald passierten wir die Militärkontrolle (Eingang Sperrgebiet) und fuhren weiter Richtung Süd Westen nach El Borma. Von weit her sahen wir ein helles, flackerndes Licht das sich dann als Oelborstation in El Borma herausstellte. Nach der Kontrolle füllten wir unsere Tanks mit sehr teurem Benzin, und weiter durch den Sand Richtung Süden.

Nach ca. 12 km biegen wir rechts ab und kommen nach Larich wo wir einen kleinen See entdeckten und eine dicke Röhre mit Schwefelwasser das sehr stark roch.

Unter den Büschen sahen wir zwei Hirte, bald kam ein Dritter mit zwei Kamelen dazu. Sie näherten uns und fragten, ob wir etwas zu trinken hätten. Wir gaben Ihnen kleine Packungen Orangenjus, sie bedankten sich sehr freundlich. Bald ging ein Gekicher und Gelächter los. Wir konnten uns nur vorstellen, was da vor sich ging. Wahrscheinlich kannten sie die Verpackung nicht und amüsierten sich, wie sie damit umgehen sollten.

Wir kochten unsere Maccaroni, genossen diese. Nach einem, schon wieder heftigem Gewitter richteten wir uns zum schlafen ein.

Freitag 11. Oktober

Wir standen auf, brühten unseren Kaffee und nahmen das Morgenessen ein. Die Kamelheinis waren am zusammenräumen. Stoni und Willi brachten Ihnen Biskuits. Sie forderten Stoni auf, auf das Kamel zu sitzen, was er natürlich auch befolgte und es genoss, bis das Kamel aufstand. Stoni verdrehte seine Augen und fühlte kurz wie sich eine Kastration anfühlen könnte.

Die Hirten hatten einen Hund, der unter der Decke lag ganz ruhig (fast ungewöhnlich für einen Hund) bald stellte sich heraus, dass er einen Verletzung hatte und nicht gehen konnte. Die Kamelhirten packten ihn in eine Decke und auf das Kamel so das nur noch der Kopf herausschaute und machten sich auf den Weg.

Unsere Sachen waren auch schon gepackt und wir fahren weiter bis wir nach ca. 42 km die Wasserstelle von Sabeu erreichten. Ein kleiner Euctalyptushain, das Paradies für Vögel, und einen Bau der Rest eines Forts.

Über weichsandiges Dünengelände entlang weiter in einen Palmenhain, wo wir schon im Jahr 1995 waren. Man merkte schnell das dieser Ort sehr vielmehr genutzt wird. (Abfall) Wir konnten es nicht lassen und kletterten die Düne hinauf, das ist ein sensationelles Erlebnis, in riesenschritten wieder runterzuspringen.

Nach der kurzen Pause hatten wir mit den Ländis einige Dünen zu überwältigen, die jedoch kein Problem waren, im Gegenteil die Männer erfreuten sich Derer. Auch Kamele fehlten in dieser Gegend nicht.

Nach ca. 60 km sagte Stoni zu Willi: komm hör mal den Motor an. Da kroste etwas, was überhaupt nicht zu unserer Freude war. Das Getriebe klang wie ein Steinmahlwerk. Wir beschlossen also ca. 30 km vor Bordj el Khadra zu kehren, denn es könnten ja 60 km weniger zum abschleppen sein. Also zurück über die sandigen Pisten und Verwehungen bis zu unserem Palmenhain, wo wir uns einrichteten zur nächsten Übernachtung.

Samstag 12. Oktober

Zu schnell liessen wir den Sand hinter uns und erreichten die Wellblechpiste Richtung Norden nach Remada, Tatouine. Unterwegs war es wieder mal so weit, nach einem Zwischenhalt zur Verpflegung verbrannten wir unseren Abfall. Willi buddelte ein Loch um den Abfall zu entsorgen. Stoni beschriftete einen Stein mit einem Kreuz und "Büchslis" und das Datum vom 12.10.02.

Das Sperrgebiet verliessen wir schon bald und kamen in ein Hügelland mit Palmenbewuchs den Bergen entgegen. Im Reisebuch wurden wir fündig für einen Camping in Tatouine. 3 km an der Strasse Richtung Chenini zeigte ein Pfeil an eine etwa 2 Meter hohe Mauer, vis a vis vom Hotel Mabrouk. Schnell war uns klar, wir müssen im Hotel nachfragen. Herzlich wurden wir mit einem Drink begrüsst. Der Besitzer teilte uns mit, das es am Abend Cous Cous gebe, wir zögerten nicht lange und meldeten uns gerne für das Nordafrikanische Leibgericht an.

Nachdem wir uns in seiner privaten Dusche erfrischt hatten, begaben wir uns ins Nachbar Hotel und nahmen dort unserem Aperitif.

Als wir ins Hotel Mabrouk zurückkamen wurden wir schon bald zum Essen aufgefordert. Der ganze Speisesaal war voller tunesischer Männer, aber keine Frauen. Wir vier sassen mitten im Raum an einem Tisch und rundherum waren gwunderige Blicke auf uns gerichtet. Später kamen noch drei Deutsche Motorradfahrer dazu.

Das Couscous war sehr schmackhaft und reichlich. Dazu gab es Cola. Der Wirt dieses Hotels hat keine Bewilligung um Alkohol auszuschenken. Eine Band spielte tunesische Folklore wozu die einheimischen Männer tanzten. Die Musik war schön aber eher laut und so brachen wir auf, nahmen noch einen Schlummerdrink zu uns und bald ging es ab in die Haja.

Sonntag 13. Oktober

Nach dem Morgenessen verabschiedeten und bedankten uns für die freundliche Bewirtung. Wir fahren Guermessa dann rechts nach Ghomarassen El Hallouf. Unterwegs sehen wir auf den Felsen Dinosurier, die aus den Dreharbeiten des Films sind. Auf holpriger, trockener Strasse fahren wir Richtung Beni Kheddache. Dann die Piste C114 nach Bir Soltane zum Brunnen, ein kurzer Halt für das Zmittag. Über die Pipeline Piste, nach 33 km links nach Bir Ghézene, Bir Agareb nach Kebili weiter über den Chott El Fejaj. Auf dem Chott machen wir einen Halt und baden unsere Füsse im Salzwasser. Bald sichten wir einen grossen Felsen bei J. Hachichina, dort schlugen wir unser Nachtlager auf. Unterhalb des Felsens hatten sich Schafhirte breit gemacht, die uns besuchten und uns nach Wasser fragten.

Kaum hatte der Eine die Mineralwasser-Flasche angesetzt, war sie schon leer und flog im weiten Bogen weg. Willi und Stoni bekletterten nach dem Essen noch einen viel höheren Felsen dabei fand Stoni einen schönen, leuchtenden Bergkristall-Stein.

Montag 14. Oktober

Bei km 35, Stein 32, ca.200 m vor dem kleinen Café rechts zweigt die Piste ab, die wir befahren. Wir kommen an einem kleinen zerfallenen Festungsbau mit Brunnen vorbei. Entlang der nördlichen Bergkette, die Gegend mit Ihren Blüten scheint uns wie die "Lüneburger Heide". Nach ca. 50 km erreichen wir den Nationalpark de Dghoumes von dem wir schon gehört haben aber eigentlich nichts besonderes ist. Wir sehen einen Reiter mit Pferd und ein paar Bauten.

Auf dem Weg machten wir einen Halt schon bald kamen Berber Frauen mit Ihren Kindern zu Besuch und gaben und zu verstehen, mit der Geste "Hand zum Mund" das sie gerne etwas zu essen hätten. Wir beschenkten sie mit Biskuit und die Kinder mit Blöckli und Kugelschreiber, mit leuchtenden Augen verschwanden sie wieder in Ihre Zelte.

In der Oasengruppe vom El Hamma du Jerid (Tozeur) beim Italiener auf dem Camping Dessert Club angekommen stellen wir unsere Dachzelte auf und genossen im Restaurant eine pikante Pizza und dazu einen feinen Wein.

Dienstag 15. Oktober

Nach dem Morgenessen fahren wir Richtung Gafsa nach 22 km rechts, über die Piste J Sehib bis wir wieder in die Stasse über den Chott nach El Rajaj gelangen.

Wir wollen den Pass Col de Haddege überqueren. Bald kommen wir in ein Dorf, die Leute waren sehr behilflich, ein Einheimischer begleitete uns und zeigte uns den Weg. Es ist eine steile, steinige Strasse die auf den Pass führt. Nach dieser Klettertour angelangt, wir hatten es uns anders vorgestellt, nach ein paar Meter waren wir schon wieder auf der Asphaltstrasse.

Rechts weiter Mekanassy wo wir unseren Einkauf erledigten danach links eine Piste Richtung Regueb wo wir 2km ab der Strasse ein Ruhiges Plätzchen fanden zum Übernachten.

Mittwoch 16. Oktober

Nach dem zusammenräumen weiter Nordwärts. Bevor wir zum Cap Bon kamen mussten wir noch ein Retourticket für mich besorgen. Denn ich hatte mich entschlossen, doch mit nach Hause zu fahren.

Nur ein kurzer Halt fürs Essen und die Gegend bewundern, waren wir auch schon in Hammamet.

Wir parkierten in der Nähe von der Medina und dem Meer. Kaum hatten wir die Strasse überquert sahen wir auch das Reisebüro. Manu, Stoni und Willi verbrachten Ihre Zeit im Restaurant während ich das Ticket besorgte. Wir schlenderten noch durch einige Geschäfte und kauften noch was uns fehlte. Bis nach Neboul waren es noch 17 km. Dort angekommen wusste Willi sofort wohin er fahren musste, um den Camping Jasmin zu finden. Es sind schon einige Deutsche auf dem Camping. Später treffen noch mehr Touristen ein. Als wir uns eingerichtet hatten spazierten wir zum Meer das ziehmlich leer war, nur ein Liebespaar tumelte sich.

Zum Apero begaben wir uns in ein Puff, ein Restaurant das man eher als Bordell bezeichnen kann, aber überhaupt kein Problem ist. Danach machten wir uns auf den weg zum Hotel Slowakja wir wussten, dort isst man gut.

Donnerstag 17. Oktober

Wir sind auf der Insel Cap Bon auf der wir eine Rundfahrt geplant hatten. Der Ost Küste entlang kommen wir bei einigen Dörfern vorbei. In El Haouraria führt eine steile zum Teil neu asphaltierte Strasse an die äusserste, nordöstliche Spitze des fruchtbaren Cap Bon. Wir fahren an Militärs vorbei die fleissig beim Strassenbau sind. Oben angekommen ruft uns einer der Militärs zu und wir unterhalten uns über die tolle Aussicht und die Schönheit des Landes. Es ist das Quartier der Falken und der Sperber Wir stehen auf dem steinigen Felsen und sehen die italienische Insel Pantelleria. Den steilen, steinigen Hang fahren wieder zurück auf die Strasse und biegen rechts in einen kleinen Weg ein. Dort ist eine kleine Hütte die wahrscheinlich bewohnt ist. Wir nehmen unser Mittagessen ein und bestaunen die Aussicht über das Meer.

Der Westküste entlang stechen ans Meer. Bald erreichen wir den Sandstrand und Stoni hat sich schon bald eingesandet. Nach einer Seilwindenübung und gegenseitigen Ausgrabung der beiden Fahrzeuge, 4-Zylinder und V8 hatten wir bald wieder festen Boden unter den Rädern. Wir schlugen die Dachzelte auf, stürzten uns in die Badehose und ab ins kühle Meer. Die Erfrischung brauchten wir nach dem Fitnessprogramm.

Freitag 18. Oktober

Zu früher Morgenstunde half Stoni den Fischern das Boot aus dem Wasser zu ziehen. Diese belohnten Ihn und gaben ihm frischen Fische, die wir ausnahmen und zum Frühstück brateten, er schmeckte fantastisch.

Ein alter Mann begann mit Willi zu diskutieren, er auf arabisch und Willi auf "Schwizerdütsch" sie verstanden sich prima. Der alte Mann interessierte sich für den Inhalt des Landrovers und Willi schenkte ihm einen "Kalberhälslig" und ein paar Gartenhandschuhe, sie wurden Freunde fürs Leben. Manu flirtete mit einem jungen Tunesier, der sie mit frisch gepflückten Peproccini beschenkte.

Es war Zeit und wir machten uns auf den Weg nach La Goulette zur Fähre die uns wieder nach Europa brachte.  

Marianne