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s'Zebra in Afrika

Autoren: Jeannette und Patrick Amann
Fotos: Marianne Schär

Bericht einer Nord-Afrikareise im Frühjahr 2005. Jeannette und Patrick haben die damals neuen Möglichkeiten des Internet genutzt und uns direkt von der Reise mit News versorgt.

Nouhadibou 9.2.2005

Hallo zusammen

Hier ist es nun, unser erstes Lebenszeichen aus Afrika. Wir sind im Moment in Nouhadibou in Mauretanien. Einer grossen Stadt mit schwarzafrikanischem Flair. Uns geht es bestens und wir haben den Plausch in der Gruppe. Aber beginnen wir von vorne.

Die Fahrt nach der GV des LRoS nach Genf verlief ohne Probleme. Nach einer Übernachtung in Sete in Südfrankreich ging es dann per Schiff nach Tanger im Norden von Marokko. Auch hier war es immer noch „saukalt”. Wir, das heisst 3 Landrover 6 Personen, sind dann zusammen durch Marokko gegen Süden gefahren. Das war nur eine Kilometer-Fresserei. Manchmal dauerte es 26 km bis uns wieder ein Auto entgegen kam. Die Strasse war aber gut und wir konnten mit 110 km/h fahren.

Nach einer guten Woche sind wir nun also hier in Mauretanien und bereiten uns auf die erste Wüstentour vor. Einkaufen, Wäsche waschen, Wasser tanken, Benzin füllen usw. Wenn es auch schon etwas wärmer, ca. 15 C ist, so sind wir nun froh, in die Wüste zu kommen, und uns nach 16.00 Uhr hinter der nächsten Düne zu verschlaufen.

Für alle, die eine grosse Dia-Show nach den Ferien erwarten muss ich zur Enttäuschung sagen, dass mein Foto defekt ist, und ich noch ein paar wenige Bilder mit einer Ritsch-Ratsch-Kamera machen kann... Vielleicht mache ich dann einfach einen Erzählabend...!!??

Bis zum nächsten Mal in ein paar Tagen oder Wochen, in Shallah.

Patrick und Jeannette

Atar 13.2.2005

Hallo Zusammen

Hier also der zweite Bericht von unser Afrikatour. Wir sind von Nouadhibou direkt der Bahnline entlang nach Atar gefahrne. Mit dieser Eisenbahn wird das Eisenerz von Zouerat an die Küste transportiert. Der Zug hat drei grosse Diesellocks und um die 160 Wagons voll mit Eisenerz. Der Lärm des Zuges lässt den Boden Erzittern und in der Nacht erleuchtet der Scheinwerfer der Lock gespenstig die Dünen.

Durch die Dünenfelder und Steinige Passagen kommen wir zum ersten mal in den Genuss der Wüste.

Wenige Kilometer vor Atar hat dann ein Auto Pech (nicht das Zebra). Der Halter der Stossdämpfer der an der Achse angeschweisst ist verabschiedet sich. Das saubere Schweissen ist wohl unter der Herrschaft von BMW bei Land Rover auch verloren gegangen...

Heute haben wir wieder alles geschweisst, gewaschen (natürlich nur die Kleider) und morgen geht es dann in einem grossen Bogen um Atar um diverse Sehenswürdigkeiten zu bewundern. Wir sollten also in ein paar Tagen wieder hier auf dem Camping sein.

Bis zum nächsten Mal in ein paar Tagen oder Wochen, in Shallah.

Patrick und Jeannette

Atar 3.3.2005

Hallo Zusammen,

Eigentlich wollten wir euch schon viel früher schreiben, als ich dann aber im Internetcafe war, hat die Diskette gestreikt. Beim zweiten Versuch war es sogar so, dass der liebe PC die Diskette nicht lesen und nicht mehr hergeben wollte. So konnte ich wohl alle Mails lesen die ich erhalten hatte, mit dem Zurückschreiben war dann aber Schluss. Auf der arabischen Tastatur lässt sich nicht 10-Finger-System schreiben und wir wollen ja auch noch etwas erleben und nicht nur die Zeit in Internetshops verbringen.

Als wir das zweite mal nach Atar kamen, waren wir auf einer Rundreise über einer Woche in der Umgebung. Zuerst ging es Südwärts und dann auf einer alten Piste nach Chinguetti Richtung Osten. Hier mussten die Landrover zum ersten Mal so richtig arbeiten. Tiefster Sand brachte den Spritverbrauch nach oben. (Es gibt Momente, da gibt es nichts Besseres als 4 Michelin-Sandreifen an den "Zebrahufen" auch nicht BF Goodrich). Die nächste Station war Quadane. Hier konnten wir zum letzten Mal noch etwas Benzin und Gemüse aus den Palmgärten "tanken". Über eine holprige Piste ging es weiter in den Guelb Richar. Ein Krater von ca. 40km Durchmesser, denn man auch vom Mond gut sehen könnte. Eine eigenartige Landschaft. Vom Kraterrand könnte man meinen es gib da Wasser und Seen, mit Blumen und Grünflächen, in Wirklichkeit eine farbige Steinwüste. (Es gib übrigens schöne Bilder im Internet vom Guelb Richar.) Weiter nach Osten brachte uns unsere Reise bis nach El Gahlaoulya, einem alten Militärfort der Franzosen, das seit 2000 vom einheimischen Militär benutz wird. Uns interessierte vor allem die zahlreichen Felsgravuren die zwischen 4000 und 8000 alt Jahre sind. Was unsere Vorfahren so alles in den Fels Graviert hatten... Über grosse feste Sandfelder, die mit bis zu 100 km/h befahren werden konnten, ging es südlich des Guelbs zurück nach Quadane und Atar. Hier hat das Pech dann einen Landrover überrascht. Beim wechseln eines Rades stellten wir fest, dass es gleich auch noch ein zweites Rad mit einem Plattfuss gibt... (Nein auch diesmal war das Zebra nicht betroffen.)

Wieder zurück in Atar, dann das übliche Spiel mit Wasser und Nahrungsmittel Bunkern, bis es wieder auf in Richtung Süden ging. Wir haben beschlossen die „Route Nationale 4” nach Tidjikja zu nehmen. Nicht gerade vergleichbar mit einer Strasse in Europa. Durch wunderschöne schwarze Berglandschaften mit rotbraunem Sand führt die Piste. Dann plötzlich ändert die Gegend und man fährt über ein Steiniges Hochplateau mit eine "Mondlandschaft". Teilweise verläuft die Piste auch in einem Flusslauf (ohne Wasser) einem Qued und da gibt es dann Bäume und Sträucher. Wieder etwas Später geht es dann über schöne Dünenfelder mit kleinen Sicheldünen. Nicht immer einfach den Pistenverlauf zu finden. Vor Tidjikja beim letzten Nachlager wird es dann auf einmal wolkig und am Morgen als wir aufstehen beginnt es richtig zu regnen. Zum einen wird es kühl 18C, zum anderen hat es den Vorteil, dass der Sand hart wird und sich wie eine Autobahn" befahren lässt. Auch hier in Tidjikja regnet es die ganze Nacht und der Himmel wird nicht durch den Mond sondern das Wetterleuchten erhellt. Die Reise von Atar bis hierher hat an Abwechslung alle meine bisherigen Wüstenreisen geschlagen. Eine super tolle Strecke!!!

Auch auf dieser Strecke hatte ein Landrover wieder einen Plattfuss. Wenn das Reifen-Felgen-Konzept nicht stimmt dann trifft es immer wieder die selben Leute. Ein Flick auf ein Schlauch machen ist hier aber auch kein Hexenwerk. Auf dem Camping wird der Reifen abgeholt und nach einer Stunde wird er wieder gebracht und montiert. Kosten inkl. flicken des Reifens inkl. Pumpen und Montage Sfr. 2.50

Das Benzin das wir hier in Tidjika tanken ist seit langem wieder Benzin mit einer höheren Oktanzahl. Laut Aussage, des Tankwartes ist es auch Benzin von der Rally. Der Preis ist es alle weil, wir bezahlen Sfr. 2.- pro Liter. Wenn man aber bedenkt, dass wir zuhause einen Umweg von fast 400 km geplant haben um an Benzin zu kommen, so sind wir bereit diesen Preis zu bezahlen. Die Ersparnis von 400 km und ca. 2 Ferientage sind uns das wert.

Am nächsten Tag ging es dann schwer beladen Richtung Tichit. Ein kleiner Ort der man höchstens noch von der Rally Paris-Dakar kennt. Eine Abwechslungsreiche Fahrt brachte uns bis dorthin. Der Regen lässt uns aber nicht los. Immer wieder sind wir gezwungen den Scheibenwischer laufen zu lassen. Die Gegend ist aber umso schöner wir folgen mehr oder weniger immer dem Abbruch gegen Osten. Die Tiefsandpassagen sind durch den Regen einfach befahrbar. Einzig das Kamelgras zwingt uns zu einer Fahrweise im Schritttempo.

In Tichit angekommen melden wir uns auf der Polizei, weil das so gewünscht wird, und besichtigen dann zusammen mit einem Führer das Dorf. Es gesellt sich bald ein Lehrer dazu, der gerne etwas von "seiner" Stadt erzählt und auch gerne etwas von Ausserhalb erfährt. Hier besuchen wir auch die örtliche Bibliothek. Eine Sammlung alter Schriften, vom Koran über Geschichte bis Poesie und Biologie. Seit Jahren wird alles von Hand aufgeschrieben und in Ledergefasste Bücher gebunden. Ein wahrer Schatz den sich so in den letzten fünfhundert bis tausend Jahren angesammelt hat. Die Bibliothek wir von Generation zu Generation weitergegeben und nur Gelehrte dürfen sie führen. Über den Lehrer erfahren wir auch noch etwas über das hiesige Schulsystem, die Einwohner usw.

Schon bald fahren wir weiter nach Osten immer noch dem Abbruch entlang. Mal auf dem Plateau mal im Tal. Fahrerisch ist jeder Anstieg oder Abstieg Anspruchsvoll, aber auch die Aussicht ist hier immer Gigantisch. Zwei Tage nach Tichit erreichen wir den „Elefantenfelsen” der durch die Rally Paris-Dakar bekannt gewordenen ist. Ein Monolit der durch diverse Löcher und Klüften bizarre Formen hat (Ist im Internet auch zu finden unter Arches und Mauretanien). Für mich ein Höhepunkt und auch Grund der Reise. Ein Ort, wo ich wieder eine Flasche Wein und eine Zigarre genossen habe. Ja auch Musse muss sein!!

Gleich anschliessend wurde die Piste nochmals recht schwierig, weil es über grobe Steinplatten weiter geht. Hier war das Problem, dass der Regen die Spalten zwischen den Platten gefüllt hatte und wir nie wussten wie Tief der Gap wirklich war. Aber auch das meisterten wir ohne Probleme, wenn auch nur im Schrittempo. Die Richtung konnten wir dank GPS immer halten.

So sitze ich im Moment in Nema und lasse mir das Schreiben durch Heuschrecken und andere „Viecher” vermiesen, die den Bildschirm (das Licht) anspringen. Wir sind hier schon in einer Zone die dem Sahel gleich kommt. Der einzige Tage seit Tichit an dem es nicht in Strömen geregnet hat und trotzdem sitzen wir am Abend immer im T-Shirt und kurzer Hose um ein Lagerfeuer.

Morgen soll es dann weiter gehen Richtung Mali. Da wird es dann so richtig „Afrika” mit Rundhütten, vielen Früchten usw. wir werden sehen.

Einen schönen restlichen Winter (habe gehört, dass es an Morgenstreich geschneit hat) und bis zum nächsten mal.

Patrick und Jeannette und s'Zebra

Timbuktu 14.3.2005

Hallo Zusammen

Also das war ein Erlebnis das letzte Mail los zu schicken. Waren wir doch nicht in einem Internetcafé sondern direkt bei der Telecomgesellschaft von Mauretanien. Neben einem Rack mit einem CISCO 2500 und diversen Modems (US-Robotics) habe ich auf einem DELL PC das letzte Mail gesendet. Was man nicht alles bekommt wenn man fragt und ein Schweizer Sackmesser eintauscht. 
Ein weiterer Versuch dieses Mail los zu werden war Timbuktu. Leider hat auch die 1,5 Stunden die ich im Internetcafe verbracht habe nichts gebracht.

Bis wir Nema verlassen konnten war es schon Nachmittag und wir kamen nicht gerade weit. Beim suchen des Nachtlagers geschah es dann. Ich wollte in ein Qued (einen Fluss ohne Wasser) fahren und habe ein wenig mit dem Heck angehängt. Leider war es nicht der Heckbalken des Chassis sondern der Tank. Normalerweise ist das auch kein Problem, da mein Tank aber schon gewisse Alterserscheinungen hat, (Korrosion zwischen Tank und Tankschutzblech) begann er stark zu tropfen. Zum Glück hatten wir noch genügend leere Kanister, denn ist musste ca. 120 Liter Benzin ablassen. Dann wurde der Tank ausgebaut und der Schaden begutachtet. Schutzblech aufsägen, Korrosion (sprich Rost) entfernen und alles gut Reinigen. Der aufgetragene zweikomponenten Kleber konnte über Nacht trocknen und nach dem Einbau am nächsten Morgen war klar. Alles wieder dicht. Um Mittag ging es wieder weiter. Fazit: auch mit einem gut Ausgebauten und Ausgerüsteten Fahrzeug ist man von Pannen nicht befreit.

Über schöne Pisten die manchmal Sandig manchmal Hart waren kamen wir gut Richtung Südwesten voran. Ganz im Südwesten wollten wir Mauretanien verlassen Richtung Mali. Als wir in Fassala ankommen ist Mittag und wir wissen nicht ob die Zollformalitäten erledigt werden. Nichts desto trotz sind wir innerhalb von einer halben Stunde ausserhalb des Landes, wenn auch nur auf dem Papier. Nun geht es weiter Südwärts und irgendwann kommt also dann die Grenze. Als auf einer Anhöhe drei Uniformierte mit einem Gewehr aus einer Hütte stürmen winke ich lässig zurück. Als ein Landrover von uns drei Fahrzeugen anhält erfahre ich dann doch noch, dass hier eigentlich der Grenzposten wäre. Wir fahren zurück und entschuldigen uns und empfangen nur ein Lachen und ein ≥willkommen in Mali≥. Auf Pisten die mehr von Eselkarren, erkennbar an der ≥Mittelspur≥, benutze werden fahren wir weiter Richtung Süden bis zum ersten Dorf in Mali. Ein richtiges Halli und Hallo aber Passformalitäten werden erst im 100 km entfernten Lere erledigt. So verbringen wir also die erste Nacht in Mali ohne offiziell eingereist zu sein.

Heute ging es über schöne Pisten nach Lere. Unterwegs schon die Afrikanischen Dörfer wie aus dem Bilderbuch. Rundhütten, viele Kinder die einem fröhlich zuwinken, Frauen die alles auf dem Kopf transportieren usw. Was auch noch wichtig ist, nach Mauretanien, einem Islamischen Land, kann man hier in Mali erstmals wider BIER öffentlich kaufen und trinken. Obwohl wir hier nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt sind werden wir nicht wo viel ≥angebettelt≥ sonder einfach nur ≥bemustert≥. Die Einreiseformalitäten in Mali sind in Lere innerhalb von fast 2 Stunden erledigt und wir sind wieder auf dem Weg nach Timbuktu der Sagenumwogenen Stadt am Niger. Nicht einfach den Pistenverlauf hier zu finden. Wir haben drei verschieden Karten und daher drei verschiedene Meinungen. Wie das GPS dann am Abend zeigt, ist der Pistenverlauf durch die LKWs ≥markiert≥ und wir ≥verzichten≥ auf die Karte. Einfach den Hauptspuren folgen, denn: viele Wege führen nach Timbuktu.

Ich freue mich noch auf viele Erlebnisse hier auf dem Mark oder den Ständen am Strassenrand in Mali, aber jetzt werden wir erst einmal Timbuktu unsicher machen.

Hier in der Stadt der übliche Touristenrummel und doch ist es Interessant etwas über die Gründung und die Bedeutung der Stadt zu erfahren. Noch heute werden aus dem 800 km im Norden liegenden Salzbergwerk (Straflagerartig) Salzplatten abgebaut und mit dem Kamel nach Timbuktu transportiert. Ein Anruf mit dem Handy zuhause zeigte, dass alles i.O. war und wir machten uns wieder auf den Weg. Eigentlich wollten wir hier südwärts auf die geteerte Hauptstrasse von Gao nach Timbuktu. Der Wasserstand des Nigers ist so tief, dass die Fähreanlegestelle vom Hafen weit in den Niger hinein verlegt worden ist. Er hat hier nur noch gerade die Breite des Rheins.

Der niedrige Wasserstand brachte uns auf die Idee dem Niger weiter Ostwärts zu folgen, was wir dann auch auf der nördlichen Seite taten. Wir fuhren durch wunderschöne Buschlandschaften, die sich mit kleinen Wäldern ablösten. Überall freundliche Leute die in den Gärten mit dem Wasser aus dem Niger Tomaten, Bohnen, Zwiebeln, Kohl usw. anbauten. Frischer und günstiger kann man Gemüse nicht haben. (Die Zwiebeln hätten bei uns keine Chance, sie würden durch die EU-Norm fallen!! Sie sind zu gross!!!!)

Auf halbem Weg zwischen Timbuktu und Gao gibt es laut Reisebeschrieb eine Fähre von 15 Tonnen Kapazität und kostet ca. 50 SFr. und ein Kanister Benzin. Ach hier das selbe Spiel. Irgendwo am Nigerufer versuchen wir die Fähre zu finden, was nicht einfach ist. Als wir einen Moment warten, kommt sie uns von der anderen Uferseite entgegen. 14 Tage alt, ganz neu konstruiert in Mali (es hat noch keine Taufe statt gefunden) und kostet SFr. 25.-. So schnell können sich Situationen in Afrika ändern.

Über Hombori erreichen wir die Teerstrasse. Seit zigtausend Kilometern wieder einmal Ruhe im Auto, wenn man von den grossen Schlaglöchern absieht. Wir kommen uns vor wie auf der A1. Vorbei an den wunderschönen Bergen von Hombori die bekannt sind bei den Klettern (hier gibt es keinen Wetterumsturz!) fahren wir nach Duentza. Hier verlassen wir den Teer wider und folgen der Falaise von Bandiagara. Hier leben die Dogon, ein Volksstamm der sich den Franzosen, der Islamisierung und vielen anderen Dingen widersetzt hat. Ich kenne diese Gegend aus meiner ersten Afrikareise und so folgen wir der Piste nach meinem Wissen und fahren nicht nach Karte. Trotzdem finden wir nach Bankas, wenn wir auch etliche abgeerntete Hirsefelder überqueren müssen. Dies ist jetzt möglich, zum ersten mal als ich hier war, war Regenzeit und die Hirse stand 2m hoch.

In Bankas nehmen wir einen Führer um die Dörfer der Dogon zu besichtigen. Gewisse Dinge ändern sich auch in Afrika in 12 Jahren. Zum ersten ist die Gegend noch touristischer geworden, zum anderen gibt es viele Dinge von damals nicht mehr. Trotzdem haben wir eine schöne Zeit, wenn es auch hier ausnahmsweise in der Trockenzeit ein Gewitter gegeben hat. Auch mein Bekannter der den Camping in Bankas geführt hat lebt nicht mehr hier. Er ist in den Süden zu seinen Eltern gezogen. Vielleicht werden wir ihn später besuchen.

Da Jeannette und ich wieder mal erkältet sind mit ein wenig Fieber, (schwitzen bei 45 Grad und der Zug im Auto vertragen wir beide nicht oder nicht mehr) nehmen wir hier in Mopti wieder einmal ein Hotel um zu „kurieren”. Macht euch aber keine Sorgen wir bleiben, und die Reise geht weiter!!! Mit diversen Bier und Gin-Tonic kann man das auch „heilen”...

Morgen geht es nun also nach dem Stadtrundgang in Mopti dem Zusammenfluss von Niger und Bani weiter Richtung Hauptstadt von Mali nach B... (kleines Rätsel, aber das Internet hilft sicher weiter)

Bis zum nächsten mal

En liebe Gruss Jeannette und Patrick und s'Zebra (mit em gflickte Tank)

PS:
Ja wir wissen es, es ist kalt, nein sogar saukalt in der Schweiz. Ist doch beruhigend zu wissen, dass es die Wärme noch gibt. Wir sitzen in den letzten Tagen Abend für Abend hier nur in den kurzen Hosen am Lagerfeuer!!! Gut frier!!

PPS:
Obigen PS habe ich vor einer Woche geschrieben in Timbuktu ist das immer noch so? Das wärmste war 28 Grad am morgen um 06.30 Uhr vor Sonnenaufgang.

Bamako 19.3.2005

Hallo zusammen

Um es gleich vorweg zu nehmen. Ich werde wieder gesund. Mein Fieber das ich im letzten Mail geschrieben hatte war nicht etwa eine Erkältung sondern eine Blutvergiftung. Wer denkt aber schon bei aktueller Impfungen an eine Blutvergiftung. Ich wollte nicht gleich mit Antibiotika loslegen, so habe ich Entzündungshemmende Medikamente genommen. Das hatte zur Folge, dass sich die Blutvergiftung auf jede kleine Wunde am Körber ausgeweitet hat und alles begann zu eitern. Nun also nichts wie los und Antibiotika nehmen. Zur Zeit sind wir in Bamako der Hauptstadt von Mail und wir haben die Apotheke wieder aufgefüllt, meine Entzündungen gehen zurück und in wenigen Tagen sollten alle Wunden verheilt sein. Also nochmals, und speziell für meine Eltern, es geht mir (wieder) gut und wir fahren weiter mit unsere Reise wie abgemacht. Unkraut vergeht nicht!!! Das Fieber das Jeannette hatte war wahrscheinlich nur die Aufregung über mein Zustand. War noch eine Erfahrung mehr Fieber zu messen, wenn die Luft schon über 40 Grad hat...

Gleich nach Bankas sind wir über Bandiagara nach Sevare gefahren. Weil meine Wunden nicht heilen wollten haben wir hier ein Motel genommen. Sevare ist ein Vorort von Mopti der grossen Handelsstadt am Zusammenfluss von Bani und Niger. Mit einem Führer haben wir die Stadt besichtigt. Hier war ich schon vor 13 Jahren und es hat sich doch einiges verändert. Diese Stadt lebt. Wie auch bei uns werden auch hier Architektonische Fehler gemacht. Die Lehm-Mosche wurde mit Zement überzogen, dass sie nicht jedes Jahr nach der Regenzeit neu mit Lehm beschmiert werden muss. Das ganze wurde mit ausländischen Geldern finanziert. Im Moment wir der Zement wieder entfernt und die Mosche wird mit dem altbekannten Lehm beschmiert. Die Bautafel sagt: Restaurierung der Mosche finanziert mit ausländischen Geldern... Nach dem Mittagessen geht es mit einer Piroge auf dem Bani und Niger den Fluss hoch und runter. Ich bin schon zu schwach um die verschiedenen Dörfer zu besuchen und der Rote Strich Richtung Herz sagt eindeutig, dass ich eine Blutvergiftung habe. Ich verbringe den ganzen Nachmittag auf der Piroge, was manchmal auch lustig ist, wenn nur ich und der Bootsführer um die Inseln und Untiefen bei diesem niedrigen Wasserstand kurft.

Am nächsten Tag stehe ich schon unter Antibiotika, daher fährt nun Jeannette. Wir machen uns mit einem Typen von einer Reiseagentur auf die Suche nach dem Bruder von Ben, den ich auf dem Camping in Bankas erwartet habe. Er führt in Mopti ein Laden. Hier erhalte ich dann auch die neue Adresse von Ben der nun in Kutiala wohnt. Wieder zurück im Motel fahren wir mit den anderen los Richtung Djene. Hier steht eine der ältesten Lehm-Moschen von Mali und Djene gilt auch als eine der ältesten Stätte von Mali. Hier hat sich in den letzten 13 Jahren am wenigsten verändert, und die Veränderungen wurden sanft vorgenommen. Djene ist und bleibt eine interessante alte Stadt die einen Besuch wert ist auch wenn sie nicht so lebt wie Mopti.

Nach einer weiteren Übernachtung im Campment von Djene geht es auf sehr guten Teerstrassen weiter nach San und südwärts nach Kutiala. Hier soll nun Ben wohnen, der von 13 Jahren den Camping in Bankas geführt hat. Die Ansprechadresse die ich in Mopti erhalten habe ist der Imam, das Oberhaupt der grossen Mosche, in Kutiala. Von hier bringt man mich dann zu Ben. Ein grosses halli und hallo. Ich werde gleich mit Jeannette zu seiner Mutter dem Bruder den Cousins und Cousinen geschleppt. Im nu ist es Abend und wir Campieren alle zusammen auf dem Land der Familie unter Mangobäumen. Bei einem gemütlichen Essen am Abend erzählt mir Ben, dass es ihm nicht gerade gut ergangen ist in Bankas und dass er in Zwischenzeit Vater und Frau verloren hat. Da die Antibiotika bei mir Wirkung zeigen diskutieren wir bis spät in die Nacht.

Nach einer ruhigen Nach, und allen Autos voll mit frischen Mangos direkt ab dem Baum (wer soll das alles essen), wollen wir losfahren. So einfach kommen wir natürlich nicht davon. Wir werden gleich nochmals zu Mutter dem Bruder den Cousins und Cousinen geschleppt, und überall müssen wir noch etwas essen. Obwohl wir schon Gefrühstückt hatten wollte man uns noch etwas auf den weiten Weg nach Bamako geben. So kamen wir erst gegen Mittag in Kutiala los. Trotzdem erreichten wir am späten Nachmittag denn Bamako. Die Aufregung mit Ben und die Hitze haben mir doch mehr zugesetzt als angenommen. Schon kurz nach 21.00 Uhr falle ich Todmüde ins Hotelbett.

Heute Samstag geht es mir nun wirklich zum ersten mal deutlich besser, der Geschwulst ist fast ganz weg, und die meisten Wunden sind verheilt. Trotzdem will ich noch keine grossen Sprünge machen. Ich bleibe den ganzen Tag im Hotel während die anderen die Stadt unsicher mach. Ich schreibe das Tagebuch, bereite den Bericht vor und erledige andere Dinge die man mit einem hoch gelagerten Bein machen kann. Trotz der Einschränkung und der Fieber die ich hatte muss ich sagen, dass ich Mali trotzdem geniessen konnte. Kommt dazu, dass man bei über 40 Grad im Schatten auch nicht gross merkt dass man Fieber hat. Es ist einfach Heiss. Die Hitze ist aber sehr angenehm, da die Luft ganz Trocken ist (gewaschene Hosen trocknen am Tag in 1/2 Std.).

Morgen soll es nun weiter gehen Richtung Westen, denn die hälfte der Zeit ist schon um. Über kleine Strassen wollen wir Richtung Senegal, mehr davon aber im nächsten Bericht.

Patrick Jeannette und s?Zebra

PS:
für meine Chefs: ich habe mich hier vom Dorfarzt für 5 Wochen krank schreiben lassen, oder anderweitig ausgedrückt, ich kommen erst einen Monat später also so um den ersten Juni zur Arbeit... (hihihihi)

Nördlich von Dakar 2.4.2005

Hallo zusammen

Dies wird nun der letzte Bericht aus Afrika sein so hoffe ich wenigstens. Den Letzten Bericht der Reise werde ich dann von Zuhause aus schicken wenn wir da auch ankommen. Unglaublich schon sind die drei Monate fast um.

Nach Bamako sind wir zuerst auf guten Teerstrassen Richtung Westen gefahren je weiter wir nach Westen kamen umso schlechter wurden die Pisten. Etwa 260 Westlich von Bamako wird in einem Grossen Stausee der Strom produziert der die Hauptstadt verbraucht. Eindrücklich diese Staumauer und der Gestaute See. Über immer schlechter werdende Strassen fahren wir weiter Richtung Westen. Vor einem steinigen Abstieg der auch bei uns in den Alpen sein könnte, was die Haarnadelkurven anbelangt und die Steilheit der Piste, begegnen wir seit langen erstmals wieder weissen Touristen die mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs sind. Von ihnen erfahren wir, dass es nur noch schlimmer wird mit der Piste bis zur Grenze nach Senegal. So holpern wir mehr als dass wir fahren Richtung Westen an die Grenze zu Senegal.

Nach den Grenzformalitäten verlassen wir Mali an der Selben Stelle wie die Diesjährige Rallye Paris Dakar, nämlich durch den Fluss Faleme. Ein e Passage die in der Regenzeit nicht machbar ist wegen dem Wasserstand. Da es mir wieder besser geht fahre ich immer wieder Teilstrecken. So kommt es auch das ich auf der senegalesischen Seite eine Fahrfehler mache und in ein Wassergraben der sich in der Mitte der Piste gebildet hat abrutsche. Das währe ja noch nicht so schlimm, wenn da nicht ein kleiner Fels vorstehen würde. Mit ca. 30km/h erwische ich mit den Flanken der Vorder- und der Hinterreifen diesen Stein. Der eine Reifen Platz sofort und der andere hat ein Loch. Zum Glück habe ich zwei Reserveräder dabei... In Kedougo wo wir auch die Einreiseformalitäten erledigen, lasse ich den eine Reifen flicken während der andere als Zahlung für die Reparatur weggegeben wird. Wahrscheinlich wird aber die Felge repariert, sprich so gut es geht ausgeklopft und der Reifen an der Flanke mit Gummistreifen geflickt um später auf einem Afrikanischen Landrover weiter zu fahren. Das Profil war ja noch gut, und man hat auf der Lauffläche noch keine Karkasse gesehen!!! Ist wirklich manchmal ein Wunder, dass sich die Lkws hier noch fortbewegen können mit so viel Geflicktem Gummi.

Die Gegend wird nun viel Waldiger und es gibt richtig grosse Baobab-Bäume die es locker auf einen Stammdurchmesser von 3-10 Metern bringen. Schon bevor wir an den Niokolo-Koba-Nationlapark kommen rennen die ersten Affen über die Strasse. Es sind Meerkatzen. Im Nationalpark selber sehen wir dann unter fachkundiger Erklärung unseres Führers auch Paviane, Flusspferde, Warzenschweine, viele Vögel und viele Antilopenarten. Die Nacht selber verbringen wir am Fluss Gambi in einem Camp. Es ist schön unter all den fremden Geräuschen und dem Wassergeplätscher einzuschlafen. Unser Führer wurde übrigens noch im Park geboren, bevor man seinen Eltern das Land weggenommen hat und ihnen gesagt hat, sie müssen Umsiedeln und dürfen nicht mehr in ihrem bekannten Gebiet jagen. So schön der Nationalpark für uns umso trauriger die Geschichte für seine Familie. Wie alles im Leben hat auch diese Geschichte zwei Seiten.

Weiter Westlich sind wir dann schon wieder aus dem Senegal ausgereist um weiter dem Fluss Gambi in das Land Gambia zu folgen. Da diese Land eine ehemalige englische Kolonie war spricht man hier Englisch und hat auch wieder eine andere Währung. Lustig ist auch die Form des Landes. Die Grenzen wurden gezogen soweit der Fluss schiffbar war und die Kanonenkugeln geschossen werden konnten. Das Land hört also gleich nach dem Flussufer auf und ist zum Teil von Senegal, das es komplett umgibt abhängig. Trotzdem sind die Ausflüge in den Mangrovenwäldern oder die Ausflüge an die mystischen Steinkreise nördlich von Georgetown unvergesslich. Etwas vor der Hauptstadt Banjul konnten wir übrigens wieder mal in einer Hotelanlage übernachten, da die Gäste wegen dem defektem Pool abgereist sind. Wohlgemerkt wir haben in unseren Autos übernachtet und durften die Infrastruktur für wenig Geld benuten. Kosten einer Übernachtung im Bungalow ca. 150.-£

In Banjul sind wir dann über die Fähre wieder nach Norden Richtung Senegal. Da es uns nicht allen auf die selbe Fähre gereicht hat konnten wir den Vorsprung etwas einteilen. So haben wir z.B. eine Feuerwache angesehen. Wenn die Leute hier nicht Spenden aus England hätten (AVON der Reifenhersteller) hätten sie kein Fahrzeug und keine Bekleidung. Wie auf der Ganzen Welt sind die Leute zuerst mal Stolz, dass sie es geschafft haben Feuerwehrmann/frau zu sein und zum zweiten ist wie überall etwas Enthusiasmus vorhanden sonst würde es nicht gehen.

Am nächsten Tag haben wir die anderen wieder in Mbour kurz vor Dakar getroffen. Hier haben dann unsere Autos nach über 10≠000km auch mal etwas ≥Streicheleinheiten≥ nötig, sprich Ölwechsel und Niveaukontrolle. Nebenbei merke ich, dass die Antibiotika nicht alle bösen "Chäferli" abgetötet haben. Ich setze zu einer zweiten Kur an. Ist weiter nicht schlimm, wenn ich nur nicht immer auf das Bier verzichten müssteΣΣ

Dakar lasen wir mehr oder weniger aus, denn noch eine Hauptstadt wollen wir nicht besichtigen. Dafür fahren wir an den Lac Rose und den Strand von Dakar. Hier endet alle Jahre die bekannte Rallye. Bevor wir aber am Strand sind müssen wir erst wieder mal Luft ablassen und etwas schaufeln. Nach all diesen Teerstrassen und den Pisten sind wir den Sand nicht mehr gewohnt.

Im Moment sitzen wir am Strand wenige Kilometer vor St. Louis in Senegal und geniessen den Strand (Baden, Fischen usw.). Die fast 200 Km hierher haben wir übrigens am Strand zurückgelegt. Bei Ebbe lässt es sich hier gut 80km/h fahren. Immer wieder machen sich Heerscharen von Krabben und Strandläufern auf Richtung Wasser und Möwen und fliegen los um gleich hinter unseren Autos wieder zu landen. Trotz teilweise stark verschmutztem Strand gibt es hier viele Tiere.

Heute Abend geht es noch auf zur, unter Afrikafahrer bekannten „Zebrabar”, einem Campment in St. Lous das von Schweizern geführt wird. Mit jedem Kilometer den wir mehr nach Norden fahren, kommen wir auch dem Ende unserer Reise entgegen. Von hier sind es nur noch 100 km bis Mauretanien, dem Land in dem wir unsere Rundreise begonnen haben. Es wir hier am Atlantik auch schon wider kühler. Wir hatten gestern Abend NUR noch 21C!!!

Patrick Jeannette und s'Zebra

Gelterkinden 27.4.2005

Hallo zusammen

Nun also wieder zuhause und der Alltag hat einem wieder. Zum Glück muss ich noch nicht arbeiten, denn da gibt es doch eines an Post zu erledigen, wenn auch die fleissige Schwiegermutter einem vieles an Arbeit abgenommen hat. Aber schwelgen wir nochmals in den Ferien.

Nach wenigen Kilometern erreichen wir dann die ≥Zebrabar≥ von St. Louis. Ein super Camping südlich der ehemaligen Hauptstadt von Senegal. Wir geniessen wieder mal das ≥bekocht werden≥, faulenzen, Wäsche waschen usw. Unter anderem machen wir auch eine Ausflug nach St. Louis. Eine herrliche ruhige Stadt mit vielen alten Kolonialbauten. Hier im Museum lernen wir auch Heidi kennen. Sie sammelt und interessiert sich für alte Afrikanische Glasperlen. Ja richtig, das sind die Dinger, die wir Europäer nach Afrika gebracht haben um die Schwarzen zu bezahlen oder von Handelsreisenden von Fernost hierher gebracht wurden. Heute ist das unter Europäern und Amerikanern ein begehrtes Sammelgut und wir in Auktionen und im Internet gehandelt. Ich erschrecke wenn ich sehe was sich bei mir zu Hause für Schätze aus meiner ersten Afrika-Reise befinden. Da Heidi in Freiburg i.B. und in Mali wohnt werde ich sie mal hier besuchen und meine Glasperlen ≥schätzen≥ lassen.

Die Zeit vergeht rasch und schon bald sind wir mehrer Tage in der ≥Zebrabar≥. Am Tag als wir los wollen streikt das Zebra. Ob es sich mit der ≥Zebrabar≥ verabredet hat?? Zum Glück werden wir nicht nur von mir aufgehalten. Auch der Anlasser der zweiten Fahrzeuges will nicht so richtig. Das Salzwasser aus dem Meer ist von der Strandfahrt in jede Ritze eingedrungen und Salz beschleunigt bekanntlich die Korrosion. Den Anlasser bringen wir mit viel WD40 auf Vordermann, meine Zündung wollte aber auch bis am Mittag nicht. Ich habe dann fast alles von der Zündspule bis zur Kerze gewechselt als mein Zebra hustend anläuft. In der Zwischenzeit ist es aber schon wieder Abend. Wir verbringen also eine weitere Nacht in der ≥Zebrabar≥.

Hustend und Keuchend startet das Zebra am morgen. Wir starten weiter Richtung Norden. Über holprige Pisten geht es bis zum Damm der den Senegal staut. Hier befindet sich auch gleich die Grenze zu Mauretanien. Nach den Formalitäten fahren wir auf der anderen Seite des Flusses Senegal in Mauretanien weiter. Hier befindet sich übrigens ein Überwinterungsplatz für diverse Zugvögel aus Europa.

Auch wir ziehen weiter Richtung Norden, denn der Winter soll ja auch in Europa zu ende sein. Schon bald kommen wir in Nouakchott, der Hauptstadt von Mauretanien an. Ausser einer geschäftigen Stadt bietet Nouakchott nicht viel. Erst um 1960 gegründet, auf dem Reisbrett geplant für 25'000 Einwohner und aus dem Boden gestampft leben hier heute ca 500'000 Leute. Es fehlt an allem sogar das Süsswasser wird von einer 70km entfernten Quelle hergeschafft. Wir decken uns hier nur mit den nötigen Lebensmitteln ein und gleich geht es am Strand wieder weiter Richtung norden.

Der Strand ist hier etwas steiler und die Gezeiten haben sich geändert. Der Platz zum fahren auf dem harten Sand zwischen Spülsaum und Weichsand wird immer schmaler. Bevor die Strasse von Nouadhibou bis nach Nouakchott gebaut wurde, war dies die einziege Nord-Südverbindung in Westafrika. Nach dem Luftablassen sausen wir wieder über den Strand. Der ist hier weitab von der Zivilisation viel sauberer. Die einzigen Leute die wir antreffen sind Fischer die in kleinen, langen Booten aufs Mehr fahren und die restliche Zeit in einfachen Hütten hausen. Für Fischliebhaber der ideale Ort um einzukaufen. Aus dem Meer ohne gefroren zu werden auf dem direkten weg auf den Tische unserer Landroverküchen. Neben einem kleinen Hai und einem Kugelfisch steht bei uns eine Sepie auf dem Speiseplan. Der ganze Einkauf hat uns weniger als 8 Sfr. gekostet. Unter fachkundiger Anleitung von Jeannette werden die diversen Fische filetiert. Ein Abend der für alle unvergesslich bleiben wird.

Am nächsten Tag geht es mit dem üblichen „Gehuste” des Zebras (wir fahren immer noch Salzwasser) weiter. Ein bizarre Landschaft. Auf der einen Seite Meer und auf der anderen kommen die 30m hohen Sanddünen bis an den Strand und werden von der Flut sogar weggespült. Dann gibt es wieder weite Ebenen nur mit Streuchen bewachsen. An zwei Orten sind wir froh ein Allradfahrzeug zu besitzen. Die Steine und Felsen am Strand und der Wasserstand lassen ein weiterkommen nicht zu, so das wir auf den Weichsand dahinter ausweichen müssen.

Nach einigen hundert Kilometern kommen wir an die Südspitze des Nationalparks von ≥Banc d≠ Arguin≥. Ein weitere Vogelparadies, aber auch Wale lassen sich hier an der Küste beobachten. Ein weiteres mal steht frischer Fisch auf unserem Speiseplan, den wir im Nationalpark zwischen Dünen, Strand und Grünflächen geniessen.

Am nächsten Tag kommen wir wieder in Nouadhibou an. Da wo wir von ein paar Wochen unser Mauretanienabenteuer begonnen haben. Nun haben wir noch die mehr als 2000 km von Marokko vor uns. Da wir diese Strecke beim letzten mal in einer Woche gut geschafft haben, und wir noch mehr als eine Woche Zeit haben, beschliessen wir auch noch etwas in Marokko anzusehen.

Die ehemalige Westsahara lässt sich leider fast nicht umfahren. Als wir dann vor Agadir sind, geht es meinem Zebra-Landrover schon viel besser, da wir nicht mehr im Salzwasser fahren, dafür sind bei einem anderen Fahrzeug die Spiralfedern gleich zwei mal gebrochen. Als einzige Federung dient im Moment der Gummiklotz unter der Achse. Wir beschliessen uns zu trenne, da es kein Sinn macht wenn alle in Agadir LR-Federn suchen.

Zu zweit fahren wir über den Antiatlas in Richtung Norden und wieder zurück in den Süden in den Sand. Für uns sind die 20 Grand und der Wind im Norden einfach zu kalt. Alle Pensionäre in ihren Wohnmobilen geniessen den ≥Sommer≥. Ich frage mich manchmal, ob ich auch mal mit einem ≥Plastikcontainer≥ wie ich die 10m Wohnungen nenne, über die Teerstrasse rolle und Jeannette dann in der Waschmaschine die Kleider wäscht und jeden Morgen das Wohnmobil saugen wird...

Im Süden von Zagora geniessen wir zum letzten mal die Dünen bevor es über den Tiz-n-Test nach Marrakech geht. Die Stadt hat sich komplett geändert in den letzten 13 Jahren. Sie ist einiges sauberer und gepflegter geworden. Über SMS erfahren wir, dass 2 ocacssion Federn gefunden wurden. Da die Gegebenheiten aber keine grossen Ausfahrten mehr zulassen nehmen Marianne und Willi das Schiff das 4 Tage vor unserem Termin Marokko verlässt. Von nun an erfahren wir immer per SMS was uns für Wetter erwarten wird auf unserer Fahrt richtung Norden.

Am 23.4. verlässt auch unsere Fähre in Tanger den afrikanischen Kontinent. Die 32 Stunden auf der Fähre brauchen wir um unsere Reise ein wenig zu verarbeiten. Viele Eindrücke, gute und weniger gute Tage, viel gelernt, gesehen, aber vor allem viele Eindrücke die einem niemand wegnehmen kann und den eigenen Horizont erweitert. Ja richtig, das Leben besteht NICHT NUR aus Arbeiten und Geld verdienen.

Die 750 Kilometer von Sete bis nach Hause fahren wir in einem Stück durch. Wie merkt man, wenn man wider in der Schweiz ist? Wenn es viele Baustellen auf der Autobahn hat. Was einem natürlich auch auffällt sind die gestiegenen Benzinpreise. Die Zeiten sind eindeutig vorbei als man innerhalb der letzten 3 Monate noch für SFr. -.70 einen Liter verbleites Superbenzin bekommen hat.

Am nächsten Montag den 2.5. beginnt nun also auch im Geschäft wieder der Alltag. Zum Glück ist das nur eine kurze Woche, da am Donnerstag Auffahrt ist und ich am Freitag gleich wieder frei eingegeben habe. Mal sehen ob ich mich wieder an die fixen Abfahrtszeit des Zuges und an die geschlossenen Schuhe gewöhnen kann....

Zum Schluss nochmals danke an alle die ein paar Zeile geschrieben haben oder uns sonst moralisch unterstützt haben. Natürlich auch ein dankeschön an alle die vielen kleinen und grossen Helfer zuhause, ohne die eine solche Reise nicht möglich gewesen wäre.

Patrick und Jeannette Amann und s'Zebra

PS:
Für alle Statistiker:

  • 16'500 Km gefahren
  • 17 Fässer Benzin verbrannt
  • Durchschnittlich 180 km gefahren / Tag
  • 1/3 Piste 2/3 Teerstrasse (oder was davon übrig geblieben ist)

Trotz Pannen sind wir alle ohne grössere Schäden nach hause gekommen.