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Strub Schmiertechnik • 1999

Text: George Steffen

Die Landyholics treffen sich bei der Firma Strub, um etwas über Schmiertechnik zu lernen...

Wer schon einmal einen grösseren Anlass organisiert hat, weiss, wieviel Vorarbeit hinter jedem teuflischen Detail steckt. Vor allem, wenn die zur Verfügung stehende Zeit sehr kurz gehalten wird (auf die Gründe möchte ich jetzt nicht eingehen). Jedenfalls bleiben immer einige Fragen bis kurz vor dem Countdown offen.

Das Publizieren der Veranstaltung im Ländy Heft weckte nicht sehr reges Interesse. Man machte sich offenbar so seine Vorurteile. Es meldeten sich nur diejenigen Personen an, die wir persönlich über den Anlass informiert haben. Nach Ausarbeitung des Programmes, versandten wir dann jedem Mitglied noch eine Programmbroschüre. Der ganze Aufwand hatte sich gelohnt, plötzlich kamen viele Anmeldungen (wir wussten gar nicht, dass das so.....). Dafür wurde die Zeit immer knapper für die Organisatoren. Bis zum letzten Tag trafen noch Anmeldungen bei uns ein. So standen alle ziemlich unter Zeitdruck. Fritz zum Beispiel musste noch am letzten Freitag Einkäufe erledigen, damit alle genug zu Essen und zu Trinken haben.

Internet sei Dank, sind wir auch über die Schweiz hinaus mit unserem Anlass bekannt geworden. Aus Mainz (BRD) meldete sich ebenfalls 1 Pärchen an. Sie teilten uns mit, dass sie um 18.00 bei Fritz Frehner eintreffen werden. Wir wollten ebenfalls sehr früh da sein. Ueli Stoller ist schon am Nachmittag bei Fritz eingetroffen, um noch mitzuhelfen.

Um 18.10 trafen wir in Kulm ein, aber die Tore waren verschlossen, niemand war da. Das deutsche Paar trifft ein und ein paar aus unseren Reihen. Es kommt immer noch niemand, Fritz und Ueli sind noch auf Einkaufstour. So kam zu Anfang alles etwas in Verzug, bis aufgebaut und eingerichtet war. Bis sich alle "Neuen" untereinander bekannt gemacht und die eingesessenen Besucher über ihre Neuigkeiten berichtet haben, die Hungrigen ihre Mägen gefüllt und die Durstigen ihren Durst gestillt haben, vergingen ein paar Stunden mit munterer Plauderei an allen Ecken.

George und Fritz erklärten die Veranstaltung als eröffnet, begrüssten unsere Gäste und gaben einige Hinweise zum weiteren Ablauf bekannt.

Ein weiterer Überraschungsgast sorgte mit seiner musikalischen Unterhaltung für ein angenehmes Ambiente.

Interessierte Frauen und Männer lauschten danach dem Vortrag über Metall und Oberflächentechnik (übergreifend zum Thema Schmiertechnik), der zur allgemeinen Verwunderung von einer Frau durchgeführt wurde.

Danach wieder Musik und Tanz durch das Einmann-Orchester Max Lüscher-Engel und angeregte Diskussionen über alle möglichen Themen, vor allem aber doch über unsere Ländys. Die Vollmondnacht wird das ihre hinzugefügt haben, jedenfalls wurde es weit nach Mitternacht, bis sich die letzten Verbliebenen bei Fritz ein Lager zurecht machten und sich zur Ruhe legten.

Am Samstag war früh Tagwache. Fritz beschäftigte sich mit Zmorge-Rösti zubereiten und hatte auch sonst noch viele Hände voll zu tun, denn um 9.00 Uhr war bereits der Treffpunkt in Safenwil für die Konvoi-Fahrt angesagt.

Ab Safenwil führte uns George mit "James" dann durch die einheimischen Gefilde, wobei uns der Regen die schönsten Aussichten verwehrte. Trotzdem klappte die Fahrt von insgesamt 13 Fahrzeugen wunderbar, und so mancher Bauer und manche Kuh drehte sich nach der nicht enden wollenden Schlange von Landrovern um. Am Liebsten wäre ich selbst am Wiesenrand gestanden und hätte gerne alle die verschiedenen Ländys vorbeiziehen sehen. Ein Fotostop und danach nächster Halt im Tierpark Heitern bei Zofingen. Den Tieren vermochte der Regen offenbar nicht viel auszumachen. Wir vertraten uns ausgiebig die Beine. Danach umrundeten wir die historische Altstadt von Zofingen und fuhren dann, sozusagen eine Parade durch die Stadt. Anschliessend Kaffeepause in der Altstadt.

Bis nach Reiden war es danach nicht mehr weit. Es erwartete uns ein geräumiges Festzelt mit einer Sandwich- und Getränkebar. Durch ein paar Worte von Herrn Strub wurden wir persönlich begrüsst. Bei den Rundgängen durch die Firma konnte sich jeder davon überzeugen, dass erstens, arbeiten mit Oel nicht unbedingt eine schmutzige Angelegenheit ist und zweitens, das Gebiet der Schmiertechnik weit über das hinaus geht, was man bis anhin darunter verstanden hat. Die sehr persönlich engagierten Mitarbeiter von Strub stellten sich allen Fragen und versuchten für jedes Problem eine Lösung zu finden (und so wie ich nachträglich erfahren habe, konnten auch wirklich viele Probleme an diesem Tag gelöst werden). Nichts blieb unseren neugierigen Augen verborgen, sogar in die geheimsten Forschungslabors liessen sie uns blicken.

Der Vortrag über Schmiertechnik durch Hr. Meggert wurde gekonnt in ein "Sie fragen - Wir antworten - Workshop" umgewandelt, wobei die dazu berechnete Zeit um einiges überzogen wurde. Unterdessen hatte sich nämlich die Presse wie verabredet eingefunden und dabei nach ihrem eigenen Gutdünken Fotos gemacht. Doch ich glaube, das veröffentlichte Foto und der Text hat sowohl dem Land Rover Club als auch der Fa. Strub gute Publicity verliehen.

Zu allem hinzu hat sich die Fa. Strub durch viele Stunden Vorarbeit die Mühe gemacht, individuelle Informationsstände zu errichten, wo man sich bis am Abend über alles informieren konnte und auch Anschauungsbeispiele vorhanden waren.

Unterdessen packte Fritz aus seinem Anhänger alles aus, was für unser leibliches Wohl gedacht war.

Bald sassen alle gemütlich beisammen und rührten gemeinsam (1 Caquelon pro 4 Pers.) im Käse herum, dazu gab es Wein, Kirsch, Kaffee und Dessert. Für manche ist so ein Fondue-Plausch eine willkommene Abwechslung zum Alltag. So genossen es auch die Mitarbeiter der Fa. Strub als etwas Besonderes. Als wäre es so vorgesehen, hielt unser Club-Präsi dazu noch eine etwas unglücklich zusammengebastelte Rede.

Wir durften im familiären Rahmen mit einer nach modernem Management geführten Schweizer Firma einen ganzen Tag verbringen. Vielleicht muss manch einer seine Ansichten über das industrielle Potential in der Schweiz revidieren.

Ich glaube, es hat allen, sogar den notorischen Nörglern (gibt es halt überall), Spass gemacht.